Antrag auf vermögenswirksame Leistungen

Bei den sogenannten vermögenswirksamen Leistungen, kurz VL, handelt es sich um eine besondere Sparform, an der sich der Arbeitgeber beteiligt. Schließt ein Azubi, Arbeitnehmer oder Beamte einen Sparvertrag ab, stockt der Arbeitgeber sein Arbeitsentgelt um einen Zuschuss auf, der den Sparbeitrag vollständig oder anteilig deckt. Dieses Geld behält der Arbeitgeber ein und überweist es direkt in den Sparvertrag. Wie hoch der Zuschuss des Arbeitgebers ausfällt, hängt von den tarif- oder arbeitsvertraglichen Vereinbarungen ab. Zusätzlich zum Zuschuss des Arbeitgebers fördert der Gesetzgeber die Vermögensbildung durch die Arbeitnehmersparzulage.

Wie können vermögenswirksame Leistungen angespart werden?

Um die VL anzulegen, kann der Sparer aus mehreren Produkten wählen. Je nachdem, wie und wofür der Sparer das Geld später nutzen möchte, kann er sich zwischen

  • einem Banksparplan,
  • einem Fondssparplan,
  • einem Bausparvertrag,
  • einer Kapitallebensversicherung oder
  • der betrieblichen Altersvorsorge

entscheiden. Außerdem kann der Sparer die vermögenswirksamen Leistungen für die Tilgung der Baufinanzierung von seinem Eigenheim nutzen.

 

Wie funktionieren vermögenswirksame Leistungen?

Antrag auf vermögenswirksame LeistungenHat der Sparer seinen Sparvertrag abgeschlossen, behält der Arbeitgeber die jeweilige Sparrate vom Arbeitsentgelt ein und zahlt dieses Geld jeden Monat direkt in den Sparvertrag ein. Je nach Tarifvertrag, Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung oder Vereinbarungen zwischen dem Arbeitgeber und dem Sparer, fällt der Zuschuss des Arbeitgebers unterschiedlich aus. Einige Arbeitgeber beteiligen sich mit 40 Euro monatlich an der Vermögensbildung, bei anderen Arbeitgebern beläuft sich der Zuschuss auf gerade einmal knapp sechs Euro. Der VL-Sparvertrag hat eine Laufzeit von insgesamt sieben Jahren. Dabei werden sechs Jahre lang Sparbeiträge eingezahlt, danach ruht der Vertrag ein Jahr lang. Nach Ablauf der sieben Jahre kann der Sparer dann über das angesparte Guthaben verfügen.

 

Wer kann einen Antrag auf vermögenswirksame Leistungen stellen?

Vermögenswirksame Leistungen kann grundsätzlich jeder Azubi, Arbeiter, Angestellte, Beamte, Richter und Soldat beantragen. Dies gilt auch dann, wenn der Arbeitgeber die VL nicht als Zuschuss zum Arbeitsentgelt bezahlt. In diesem Fall zieht der Arbeitgeber den Sparbeitrag vom Arbeitsentgelt ab und überweist ihn in den Sparvertrag. Für den Sparer ergibt sich daraus der Vorteil, dass er von der Arbeitnehmersparzulage des Gesetzgebers profitieren kann.

Der Antrag auf vermögenswirksame Leistungen beim Arbeitgeber gestaltet sich vergleichsweise unkompliziert:

1. Zuerst sollte sich der Arbeitnehmer erkundigen, ob und in welchem Umfang sich sein Arbeitgeber am Vermögensaufbau beteiligt. Hierzu reicht oft schon ein Blick in den Arbeits- oder Tarifvertrag, ansonsten kann die Personalabteilung Auskunft geben.

2. Der Arbeitnehmer sucht sich nun ein Produkt aus, das zu seinen Zielen passt, und schließt den Sparvertrag ab. Dabei kann der Arbeitnehmer die Sparrate selbst bestimmen. Er kann es also bei dem Betrag belassen, den ihm sein Arbeitgeber bezahlt, er kann den Sparbeitrag aber auch aus eigenen Mitteln aufstocken. Wichtig zu wissen ist jedoch, dass der Gesetzgeber VL-Beiträge nur bis zu einer bestimmten Höhe fördert. Für die Sparbeiträge, die die Höchstgrenze überschreiten, gewährt der Gesetzgeber die Förderung in Form der Arbeitnehmersparzulage nicht.

3. Nun muss der Arbeitnehmer seinen Arbeitgeber nur noch darüber informieren, dass er einen Sparvertrag abgeschlossen hat. Sofern dies nicht der Anbieter erledigt, legt der Arbeitnehmer dazu eine Kopie des VL-Sparvertrags vor. Der Arbeitgeber überweist den vereinbarten Sparbeitrag daraufhin jeden Monat automatisch an den Anbieter.

Und hier noch ein Video, das die VL erklärt:

 

Was ist die Arbeitnehmersparzulage?

Der Gesetzgeber bezuschusst die VL durch die sogenannte Arbeitnehmersparzulage. Diese erhält der Sparer dann, wenn sein zu versteuerndes Einkommen bestimmte Grenzen nicht übersteigt. Das zu versteuernde Einkommen ist das Einkommen, das übrig bleibt, wenn vom Bruttoeinkommen Beträge und Pauschalen wie die Kinderfreibeträge, Werbungskosten und Sonderausgaben abgezogen sind. Die Höhe der Arbeitnehmersparzulage und die Einkommensgrenzen hängen dann davon ab, in was für eine Anlage die VL fließen:

  • Betriebliche und außerbetriebliche Vermögensbeteiligungen wie beispielsweise Aktienfonds und Wertpapier-Sparpläne fördert der Gesetzgeber mit 20 Prozent. Die Arbeitnehmersparzulage wird dabei auf maximal 400 Euro VL pro Jahr gewährt, wenn der Sparer als Alleinstehender weniger als 20.000 Euro und als Verheirateter weniger als 40.000 Euro steuerpflichtiges Einkommen hat.
  • Fließen die VL in eine Anlage zum Wohnungsbau, also beispielsweise in einen Bausparvertrag, beträgt die Arbeitnehmersparzulage neun Prozent auf maximal 470 Euro. Die Einkommensgrenzen hier liegen bei 17.900 Euro für Alleinstehende und 35.800 Euro für Eheleute.

Beide Förderungen sind jedoch unabhängig voneinander. Der Sparer kann also sowohl den Zuschuss bei Vermögensbeteiligungen als auch die Förderung zum Wohnungsbau erhalten, wenn er entsprechende Verträge abgeschlossen hat. Die Arbeitnehmersparzulage muss aber jedes Jahr neu beantragt werden. Dazu kreuzt der Sparer das entsprechende Kästchen auf dem Mantelbogen an und reicht die Bescheinigung, die ihm der Anbieter jedes Jahr zuschickt, zusammen mit seiner Steuererklärung beim Finanzamt ein.