Riester Rente beantragen

Nach anfänglichen Startschwierigkeiten hat sich die Riester Rente mittlerweile zu einem recht beliebten Altersvorsorgeprodukt entwickelt. Verglichen mit anderen Möglichkeiten, um für das Alter vorzusorgen und eine mögliche Rentenlücke zu schließen, bietet die Riester Rente in der Tat auch einige Vorteile. So ist beispielsweise das angesparte Guthaben während der Ansparphase Hartz IV- und pfändungssicher. Der Riestersparer muss also nicht befürchten, dass er das Geld, das er fürs Alter weggelegt hat, vorzeitig aufbrauchen muss oder ein Dritter darauf zurückgreifen kann, wenn er arbeitslos wird oder in eine finanzielle Schieflage gerät.

Außerdem ist garantiert, dass der Riestersparer das angelegte Geld samt Zinsen und Zulagen auch wieder ausbezahlt bekommt, Verluste drohen damit nicht. Einer der entscheidenden Vorteile ist aber, dass der Gesetzgeber das Guthaben mit Zulagen aufstockt. Dies wiederum macht die Riester Rente für Familien mit Kindern und für Sparer mit eher geringem Einkommen sehr interessant, denn mitunter sind die Zulagen des Gesetzgebers deutlich höher als der Anteil, den der Riestersparer selbst in seinen Vertrag einzahlen muss. Aber auch für Besser- und Gutverdiener kann die Riester Rente eine solide Lösung sein. Sie profitieren nämlich meist von den Steuervorteilen, die der Gesetzgeber als zweiten Baustein der staatlichen Förderung bietet.

Die staatlichen Zulagen müssen beantragt werden!

Riester Rente beantragenDie staatliche Förderung ist für viele der ausschlaggebende Faktor, um sich überhaupt für die Riester Rente zu entscheiden. Allerdings werden die Zulagen nicht automatisch gewährt, sondern sie müssen beantragt werden. Dabei entsteht der Anspruch auf die staatlichen Zulagen erst, wenn ein Beitragsjahr abgelaufen ist. Hat der Riestersparer also ein Jahr lang seinen Riestervertrag bespart, kann er im Folgejahr die staatliche Förderung für das zurückliegende Jahr beantragen. Generell hat der Riestersparer übrigens zwei Jahre lang Zeit, um einen Antrag auf die staatlichen Zulagen zu stellen. Hat der Riestersparer keinen Zulagenantrag gestellt und liegt das Kalenderjahr, in dem er Beiträge in seinen Vertrag eingezahlt hat, länger als zwei Jahre zurück, erhält er für dieses Kalenderjahr keine Zulagen.

Das Antragsformular erhält der Riestersparer von dem Anbieter, bei dem er seinen Riestervertrag abgeschlossen hat. Der sogenannte Antrag auf Altersvorsorgezulage umfasst vier Seiten, für jedes Kind kommt dann noch der Ergänzungsbogen Kinderzulage dazu. In dem Formular werden unter anderem die Vertragsnummer der Riester Rente, die Steuernummer und die Sozialversicherungsnummer abgefragt. Das ausgefüllte Formular schickt der Riestersparer dann an seinen Anbieter zurück. Dieser leitet den Antrag an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen in Berlin, kurz ZfA, weiter. Dort wird die Höhe der staatlichen Zulagen errechnet und dem Riestervertrag anschließend gutgeschrieben.

 

Der Dauerzulagenantrag als vereinfachte Form vom Riester Rente Antrag

Früher musste der Riestersparer die staatlichen Zulagen jährlich beantragen, also jedes Jahr einen neuen Antrag stellen. Seit 2005 ist dies nicht mehr notwendig, denn der Gesetzgeber hat das Antragsverfahren durch den sogenannten Dauerzulagenantrag vereinfacht. Auch das Formular für den Dauerzulagenantrag erhält der Riestersparer von dem Anbieter seines Riester-Produkts. Dieses Formular muss der Riestersparer nur ein einziges Mal ausfüllen und sein Anbieter übermittelt die Daten in den Folgejahren dann jeweils automatisch an die ZfA.

Durch den Dauerzulagenantrag muss sich der Riestersparer also nicht weiter darum kümmern, dass er die staatlichen Zulagen auch tatsächlich erhält. Er muss erst dann wieder aktiv werden, wenn sich seine Voraussetzungen für die Höhe der staatlichen Förderung ändern. Dies ist beispielsweise dann der Fall, wenn er Nachwuchs bekommt oder wenn sein Einkommen deutlich gestiegen oder gesunken ist. Eine solche Änderung meldet der Riestersparer seinem Anbieter, der die Zulagen dann mit entsprechend angepassten Daten bei der ZfA beantragt.