Privatinsolvenz beantragen

Bevor man sich eine Privatinsolvenz beantragen kann, muss man sich entsprechend vorbereiten. Der erste Schritt ist dabei, dass man sich in seiner Wohnung auf die Suche macht und sämtliche „Rechnungen“ zusammensucht, die sich irgendwie finden lassen.

Diese kann man vorerst in einem großen Karton (oder auch mehreren) sammeln. Als nächstes versucht man diese zumindest nach den verschiedenen „Gläubigern“ zu sortieren und abzuheften. Im nächsten Schritt, hat man zwei Möglichkeiten.

  • Tipp: Zum einen kann man sich daran machen, die Unterlagen, selbst nach den jeweiligen Forderungen zu sortieren und alles zusammen zu rechnen. Allerdings sind nur die wenigsten Schuldner, die erst einmal in so eine Situation geraten sind auch in der Lage, sich mit diesem Teil auseinander zu setzen. Deshalb ist es eigentlich für alle sehr wichtig sich ab hier Hilfe zu holen.

Das können „gemeinnützige“ Vereine sein, die eine Schuldnerberatung anbieten. Aber auch Anwälte, die sich auf die „Vorbereitung“ der Verbraucherinsolvenz spezialisiert haben, können gut helfen. Es muss übrigens niemand „Angst“ haben, dass es noch mehr Geld kostet, diese Vorbereitungen zu treffen.

  • Tipp: Beim zuständigen Amtsgericht kann man sich einen so genannten Bedarfsschein holen, mit dem man zu seinem Anwalt geht. Das heißt dann, dass der „Staat“ die Kosten für den Anwalt übernimmt, wenn man sich diesen nicht leisten kann.

Privatinsolvenz beantragenDamit es aber nicht als „Geschenk“ rüberkommt und die „Ratsuchenden“ auch „merken“, dass man auch etwas leisten muss, wenn man seine Probleme regeln möchte, zahlt man bei seinem Anwalt noch eine „Anstandsgebühr“ von 10,- Euro. Im Verlauf des Verfahrens kann es sein, dass man einige Male zum Amtsgericht muss um sich einen Beratungsschein geben zu lassen. Das hängt davon ab, wie viele Gläubiger man hat und wie viel mit dem eigenen persönlichen Verfahren zu tun ist.

  • Wichtig: Der Anwalt bzw. der gemeinnützige Verein kümmert sich dann auch darum, die Gläubiger anzuschreiben und die genauen Schuldsummen zu ermitteln. Danach wird versucht mit den Gläubigern eine Einigung zu erzielen, die jedoch häufig scheitert.

Dann bleibt nur noch die Privatinsolvenz zu beantragen. Die Formulare dazu bekommt man bei jedem Amtsgericht und man muss die Bestätigung einer „externen“ Stelle beifügen, die belegt, dass man versucht hat sich mit den Gläubigern zu einigen. Danach bekommt man einen Treuhänder zugeteilt, der die eigenen Finanzen überwacht und ggf. Geld einzieht, wenn man mehr verdient, als die gesetzlichen Freibeträge erlauben.

PDF Antrag auf Privatinsolvenz

Thema: Privatinsolvenz beantragen