P-Konto beantragen

Bei dem 2010 eingeführten Pfändungsschutzkonto, kurz P-Konto genannt, handelt es sich um eine Variante des Girokontos. Genauso wie ein Girokonto dient auch das P-Konto dem alltäglichen Zahlungsverkehr. Das bedeutet, auf dem P-Konto werden Zahlungseingänge wie Lohn oder Gehalt, die Rente, Sozialleistungen oder Einzahlungen verbucht und der Kontoinhaber kann Überweisungen tätigen oder Geld abheben. Der entscheidende Unterschied zu einem herkömmlichen Girokonto besteht jedoch darin, dass das P-Konto einen unbürokratischen Schutz im Fall einer Kontopfändung bietet. So sind durch das P-Konto derzeit pauschal 1.028,89 Euro geschützt, durch entsprechende Nachweise kann der Freibetrag angehoben werden.

Bis zur Höhe der geschützten Freibeträge hat der P-Kontoinhaber vollen Zugriff auf sein Konto und kann beispielsweise die Miete und den Strom überweisen und andere Rechnungen bezahlen, selbst wenn eine Kontopfändung vorliegt. Bei einem P-Konto gilt es aber, einige Punkte zu beachten:

  • Pro Person nur ein P-Konto. Grundsätzlich darf jede Person nur ein P-Konto führen. Möchte der Kontoinhaber sein bestehendes Girokonto in ein P-Konto umwandeln oder ein neues Konto als P-Konto eröffnen, muss er versichern, dass bislang noch kein P-Konto besteht. Anders als ein herkömmliches Girokonto, das auch als Gemeinschaftskonto möglich ist, kann ein P-Konto außerdem immer nur als Einzelkonto geführt werden.
  • Das P-Konto muss beantragt werden. Möchte jemand ein P-Konto nutzen, hat er dafür zwei Möglichkeiten. Zum einen kann er ein neues Konto eröffnen und dieses Konto direkt als P-Konto einrichten. Zum anderen kann er sein bestehendes Girokonto in ein P-Konto umwandeln. Hierfür muss er einen Antrag bei seiner Bank stellen. Grundsätzlich hat jeder Anspruch auf ein P-Konto. Allerdings sind Banken von Gesetzes wegen nur dazu verpflichtet, ein bestehendes Konto in ein P-Konto umzuwandeln. Die Einrichtung eines neues Kontos hingegen können sie prinzipiell ablehnen.
  • Die Umwandlung darf nichts kosten. Beantragt ein Kontoinhaber die Umwandlung seines bestehenden Girokontos in ein P-Konto, muss seine Bank die Umstellung innerhalb von vier Geschäftstagen vornehmen. Außerdem darf sie für die Umwandlung keine Kosten in Rechnung stellen. Für die Kontoführung gilt dies allerdings nicht. Das P-Konto muss also nicht zwangsläufig kostenfrei bleiben, selbst wenn für das Girokonto zuvor keine Kontoführungsgebühren berechnet wurden.
  • Der Basisschutz kann erhöht werden. Durch ein P-Konto ist automatisch der Grundfreibetrag, der sich derzeit auf 1.028,89 Euro beläuft, geschützt. Dieser Grundfreibetrag kann jedoch durch weitere Freibeträge erhöht werden, beispielsweise wenn der Kontoinhaber verheiratet ist, Kinder hat, in einer Bedarfsgemeinschaft lebt oder auch Sozialleistungen etwa wegen eines krankheitsbedingten Mehrbedarfs erhält. Voraussetzung für die Erhöhung des Schutzes ist jedoch eine Bescheinigung, die der Kontoinhaber seiner Bank vorlegen muss. Die jeweiligen Bescheinigungen kann sich der Kontoinhaber von seinem Arbeitgeber, dem Jobcenter, dem Träger der Sozialleistungen, der Familienkasse, einer Schuldnerberatungsstelle oder einem Anwalt ausstellen lassen. Ersatzweise kann sich der Kontoinhaber außerdem an das Vollstreckungsgericht oder die Vollstreckungsstelle wenden.

Ein paar weitere Infos rund um das P-Konto zeigt dieses Video:

Mustervorlage: Antrag P-Konto

P-Konto beantragenFür Personen, die verschuldet sind oder denen eine Pfändung droht, ist ein P-Konto durchaus ratsam. Seit 2012 sind nämlich auch Sozialleistungen nicht mehr vor einer Pfändung geschützt. Möchte der Kontoinhaber, dass sein bestehendes Konto künftig als P-Konto geführt wird, muss er einen entsprechenden Antrag bei seiner Bank stellen. Banken und Sparkassen halten hierfür Formulare bereit, die der Kontoinhaber ausgefüllt und eventuell zusammen mit weiteren Bescheinigungen einreicht. Der Kontoinhaber kann aber auch einen formlosen Antrag verwenden, um eine Umwandlung zu beantragen. Dieser kann dann so aussehen:

Kontoinhaber
Anschrift

Bank oder Sparkasse
Anschrift

Ort, den Datum

Antrag auf Umwandlung meines Girokontos in ein Pfändungsschutzkonto

Sehr geehrte Damen und Herren,

gemäß § 850 k Abs. 7 ZPO beantrage ich hiermit, dass mein bei Ihnen geführtes Girokonto

Kontonummer: ………………………………………………….
BLZ: ………………………………………………………………..

in ein Pfändungsschutzkonto umgewandelt wird.

Ich versichere, dass ich bei der …… Bank …… und auch bei keinem anderen Kreditinstitut weder ein weiteres P-Konto führe noch eines beantragt habe.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Unterschrift