Mahnbescheid beantragen

Der Mahnbescheid kann vom Gläubiger auf die verschiedenste Weise beantragt werden. Hier wird mal die klassische schriftliche Form vorgestellt. Dafür braucht man in erster Linie ein Formblatt, das man bei seinem zuständigen Amtsgericht oder auch in einem Schreibwarengeschäft bekommen kann.

Die Daten, die darin angegeben werden müssen sind:

  • Datum des Antrages
  • Antragssteller (oder Vertreter)
  • Schuldner
  • Beschreibung der Forderung (Dienstleistung/Produkt & Preis)
  • Verzinsung
  • zuständiges Gericht im Streitfall
  • Zuständiges Mahngericht (mit Anschrift)
  • Prozessbevollmächtigte
  • und die Unterschrift.
  • Wichtig: Das Amtsgericht selbst prüft dann erst einmal ob der Antrag formell richtig „ausgefüllt“ bzw. gestellt wurde. Beweise oder etwas Ähnliches beizufügen, kann man sich sparen, das schaut sich das Gericht sowieso nicht an.

Ist der Antrag richtig ausgefüllt, erstellt das Gericht den Mahnbescheid und schickt ihn an den Schuldner. Gleichzeitig bekommt man als Antragssteller die Gebührenrechnung, die regional durchaus unterschiedlich sein kann. Der Schuldner hat dann 4 Wochen Zeit, diesem Mahnbescheid zu widersprechen. Als Gläubiger kann man in dieser Zeit nur warten und muss natürlich auch die „Kostenrechnung“ erst einmal „übernehmen“. Beim „ausfüllen“ des Antrages, sollte man deshalb neben der Hauptforderung auch die „Nebenforderungen“ berücksichtigen und hier die „Mahngebühren“ des Gerichtes „einpreisen“.

  • Achtung: Die Kosten für einen Mahnbescheid liegen in der Regel bei ca. 3% der „Forderung“, allerdings kommen hier auch noch die Kosten für den Anwalt und dessen Auslagen dazu, wenn man das nicht selbst macht.

Mahnbescheid beantragenMöchte man nach dem Mahnbescheid auch einen Vollstreckungsbescheid erwirken, muss man aber noch mindestens die „Widerspruchsfrist“ für den Mahnbescheid abwarten. Spätestens innerhalb von 6 Monaten nach dem Mahnbescheid muss man dann auch die Vollstreckung beantragen. Den Mahnbescheid kann man natürlich auch online beantragen, allerdings ist hierfür eine Software nötig, die sich in der Regel nur für Anwälte oder sehr große Unternehmen lohnt (auch wenn die Zahlungsmoral überall gleich schlecht ist;).

Stellt man auch einen Antrag auf einen Vollstreckungsbescheid, so braucht man an das Gericht nichts weiter zu zahlen, aber es gibt da ja noch den Anwalt…Alles in Allem, ist es gerade für „kleine“ Gläubiger sehr schwer ihre Forderungen durchzusetzen, wenn sie die Kosten für den Anwalt sparen wollen. Denn sowohl die Gebühren als auch die „Ausfüllanforderungen“ bei den Anträgen verstecken sich hinter dem typisch deutschen Chaos der Verordnungen und Bestimmungen. Wer sich trotzdem rantraut, sollte sich unbedingt erst sehr gründlich mit den „Ausfüllhinweisen“ der Formulare beschäftigen.

Antrag auf Erlass eines Mahnbescheides

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