Kreditgesuch – Was sollte drinnstehen?

Besonders wenn größere Anschaffungen notwendig sind, ist es keine Seltenheit, diese über einen Kredit zu finanzieren. Dabei gibt es Kredite in vielen unterschiedlichen Varianten und von zig Anbietern. Die meisten Verbraucher wissen, dass es sich buchstäblich auszahlen kann, sich nicht nur an die Hausbank zu wenden, sondern verschiedene Angebote einzuholen und miteinander zu vergleichen.

Zudem dürfte sich von selbst verstehen, dass Angebote und Vertragsbedingungen sehr genau gelesen werden müssen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Ist ein passender Anbieter gefunden, besteht der nächste Schritt darin, den gewünschten Kredit zu beantragen.Welche Stolperfallen drohen können, zeigt dieses Video:

Die wesentlichen Angaben in einem Kreditgesuch

Die Beantragung eines Kredits muss grundsätzlich immer schriftlich erfolgen. Hierfür stellen Banken, Sparkassen und Kreditvermittler vorgefertigte Antragsformulare zur Verfügung, die ausgefüllt, unterschrieben und üblicherweise zusammen mit weiteren Unterlagen eingereicht werden müssen. Je nach Anbieter können sich die Antragsformulare für einen Kredit im Hinblick auf Gestaltung und Umfang zwar unterscheiden, im Allgemeinen werden jedoch folgende Angaben abgefragt:

  • Eckdaten zum gewünschten Kredit. Die beiden wesentlichen Angaben zum Kredit sind zum einen die Kreditsumme und zum anderen die Laufzeit. Der Antragsteller muss also zunächst angeben, wie hoch der Kredit sein soll, den er beantragt. Bei den meisten Anbietern gibt es hier einen vorgegebenen Rahmen, also eine Mindest- und eine Höchstsumme für einen möglichen Kredit. Außerdem muss der Antragsteller angeben, wie lange der Kredit laufen soll. Teilweise kann der Antragsteller dabei die gewünschte Anzahl an Raten frei angeben, teilweise muss er aus verschiedenen Laufzeitvarianten auswählen. Bei einigen Anbietern kann der Antragsteller zusätzlich oder anstelle von der Ratenanzahl aber auch die gewünschte Höhe der monatlichen Kreditraten eintragen. Je nach Kredit wird außerdem der Verwendungszweck abgefragt.
  • Angaben zur Person. Die Angaben zur Person umfassen im Wesentlichen den Namen, die Anschrift, das Geburtsdatum und den Familienstand des Antragstellers. Liegt der letzte Umzug weniger als zwei Jahre zurück, muss der Antragsteller häufig auch seine vorherige Adresse angeben.
  • Angaben zur beruflichen und finanziellen Situation. Um die Kreditwürdigkeit des Antragstellers beurteilen und die mögliche Kredithöhe festlegen zu können, muss sich der Kreditgeber ein genaues Bild von der wirtschaftlichen Ausgangssituation des Antragstellers machen. Aus diesem Grund wird im Antragsformular abgefragt, wo und als was der Antragsteller tätig ist, ob es sich um ein befristetes oder ein unbefristetes Arbeitsverhältnis handelt, wie lange das Beschäftigungsverhältnis bereits besteht und wie hoch das monatliche Nettoeinkommen ist. Hat der Antragsteller neben seinem Arbeitsentgelt noch ein anderes regelmäßiges Einkommen, trägt er dieses ebenfalls ein. Neben den Einnahmen werden im Kreditantrag auch die regelmäßigen Ausgaben und die Zahlungsverpflichtungen aus bereits bestehenden Kreditverträgen und anderen Verbindlichkeiten abgefragt.
  • Angaben zum Mitantragsteller. Möchte der Antragsteller den Kredit nicht alleine beantragen oder erhofft er sich, seine Bonität durch einen zweiten Kreditnehmer oder Bürgen verbessern zu können, kann er diese Person im Kreditantrag angeben. Der Mitantragsteller muss den Kreditantrag dann ebenfalls unterschreiben. Zusätzliche Sicherheiten sind bei Ratenkrediten normalerweise nicht notwendig, denn solche Kredite werden in aller Regel durch eine Abtretungsvereinbarung des Lohns oder Gehalts abgesichert.

Neben den Feldern, die der Antragsteller ausfüllt, enthält ein Kreditantrag eine Einverständniserklärung. Durch sie stimmt der Antragsteller zu, dass der Kreditgeber Auskünfte bei der Schufa oder einer anderen Wirtschaftsdatei einholen kann. Durch seine Unterschrift versichert der Antragsteller außerdem, dass seine Angaben vollständig sind und der Wahrheit entsprechen.

 

Die Unterlagen für den Kreditgesuch

KreditgesuchNeben dem ausgefüllten Antragsformular muss der Antragsteller üblicherweise weitere Unterlagen einreichen. Diese Unterlagen sind im Prinzip nichts anderes als die Nachweise und Belege für die gemachten Angaben. Als Unterlagen verlangen Kreditgeber neben einer Kopie vom Personalausweis oder Reisepass meist die Lohn- oder Gehaltsabrechnungen der vergangenen drei Monate sowie aktuelle Bescheide über weitere Einnahmen wie beispielsweise eine Rente. Außerdem muss der Antragsteller häufig Kontoauszüge vorlegen, aus denen regelmäßige Ausgaben wie die Miete, die Abschläge für Strom und andere Verpflichtungen hervorgehen. Welche Unterlagen konkret eingereicht werden müssen und ob diese im Original einzureichen sind oder ob Kopien genügen, ist im Antrag angegeben.

 

Ein Kreditgesuch ist noch kein Vertrag!

Wichtig zu wissen ist, dass ein Kreditantrag zunächst einmal noch nichts anderes ist als ein Angebot. Das bedeutet, der Antragsteller bietet dem Kreditgeber durch seinen Antrag an, einen Vertrag mit ihm abzuschließen. Der Antrag selbst ist aber für beide Seiten unverbindlich. Bloß weil der Kreditgeber dem Antragsteller die Antragsformulare aushändigt, bedeutet das also noch lange nicht, dass der Kredit auch tatsächlich gewährt wird. Der Kreditgeber verwendet den Kreditantrag vielmehr als Grundlage für die Prüfung, ob der Antragsteller kreditfähig und kreditwürdig ist und, sofern ja, zu welchen Konditionen ihm ein Kredit gewährt werden kann. Ein rechtsverbindliches Vertragsverhältnis kommt erst dann zustande, wenn beide Seiten einen Kreditvertrag unterschrieben haben. Das wiederum bedeutet, dass auch der Antragsteller nicht an seinen Antrag gebunden ist. Hat der Kreditgeber den Antrag überprüft und bietet dem Antragsteller daraufhin einen Kredit an, ist der Antragsteller also nicht dazu verpflichtet, den Kreditvertrag zu unterschreiben, sondern kann das Kreditangebot genauso gut auch ablehnen.

Als Beispiel: Kreditgesuch mit Selbstauskunft als Word Datei