Wie kann ich den deutschen Pass beantragen?

1.) Jeder der sich rechtmäßig 8 Jahre in Deutschland aufgehalten hat,

keine Straftaten begangen hat und nicht aus eigenem Verschulden auf Sozialleistungen angewiesen war, hat in Deutschland einen Anspruch auf eine Einbürgerung. Hier haben auch die Behörden keinen „Handlungsspielraum“ diese Einbürgerung zu verweigern. Diese Einbürgerung gilt als „Muss-Einbürgerung“.

Was man dabei allerdings nicht vergessen darf, ist die schlichte Tatsache, dass man dafür eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung braucht. Die Zeit, die man vielleicht mit einer Duldung in Deutschland verbracht hat, wird dabei nicht angerechnet. Es gibt noch weitere Sonderregelungen für NS-Opfer, Spätaussiedler und andere „Gruppen“, die jedoch sehr unübersichtlich und schwierig sind. Deshalb ist hier immer auch ein Anwalt zu empfehlen.

2) Wer eingebürgert werden kann,

aber nicht vom deutschen Staat aufgenommen werden muss, sind Ehe- und Lebenspartner deutscher Staatsbürger. Das gilt auch dann, wenn es gemeinsame Kinder und auch ein gemeinsames Sorgerecht gibt. Hier gilt die „Aufenthaltsfrist“ von 3 Jahren. Im Gegensatz zu der „ersten“ Einbürgerungsmöglichkeit, können die Behörden hier jedoch eine Einbürgerung und auch den deutschen Pass verweigern. Diese zweite Form der Einbürgerung wird auch als „Soll-Einbürgerung“ bezeichnet, weil sie „normalerweise“ erfolgt.

3) Wer sonst noch einen deutschen Pass beantragen kann,

deutschen Pass beantragen

sind zum Beispiel Staatenlose, die gar keine Staatsbürgerschaft haben. Aber auch „ehemalige“ deutsche Staatsbürger, die Kinder oder Adoptivkinder mit einem ausländischen Pass haben, können den deutschen Pass beantragen. Bei solchen Einbürgerungen handelt es sich in der Regel um reine „Nach-der-Nase“-Einbürgerungen. Denn die Behörden entscheiden hier in jedem einzelnen Fall, ob der Antragssteller auch einen deutschen Pass beantragen kann.

Natürlich kann man solche Papiere nicht online beantragen und muss sich zumindest erst einmal schriftlich, um die Antragsstellung kümmern. So weit die „Technologie“ auch in den Behörden Einzug hält, so undenkbar ist es noch, dass so wichtige und einschneidende „Ereignisse und Anträge“ virtuell abgewickelt werden können.

  • Wichtig: Es gibt einfach nicht genug Mechanismen, die kontrollieren ob auch wirklich die Person vor der Tastatur sitzt, die den Antrag ausgefüllt hat.

Außerdem werden dafür ja auch mittlerweile biometrische Daten benötigt, die man für jeden Pass braucht. Diese können zumindest in unserem Jahrhundert noch nicht „virtuell“ überreicht und verschickt werden.

Ob man für einen deutschen Pass auch gleich seine bisherige Staatsbürgerschaft aufgeben muss ist relativ unterschiedlich und muss im Einzelfall geklärt werden. Das solltest Du auch mal lesen.

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