Bildungsscheck beantragen

Eine solide Ausbildung oder zumindest eine mehrjährige Berufspraxis ist das Fundament für eine erfolgreiche Berufstätigkeit. Allerdings ist es damit nicht getan. Die kontinuierliche Weiterentwicklung in praktisch allen Bereichen, angefangen bei der Technik über Arbeitsmethoden und Verfahren bis hin zu Regeln und Vorschriften, macht es erforderlich, sich auch beruflich regelmäßig weiterzubilden. So kommt derjenige, der beruflich am Ball bleiben und sich Karriereoptionen bewahren möchte, um Qualifizierungen, Weiterbildungen und Fortbildungen nicht herum. Aber auch diejenigen, die längere Zeit nicht mehr in ihrem erlernten Beruf gearbeitet haben, müssen vielmals erst Schulungen und Lehrgänge absolvieren, um überhaupt eine Chance auf die Wiedereingliederung zu haben.

Wie der Gesetzgeber die Weiterbildung fördert

Bildung verursacht jedoch immer auch Kosten und nicht jeder verfügt über die finanziellen Mittel, die notwendig sind, um Aus-, Weiter- und Fortbildungen zu finanzieren. Da jedoch auch der Gesetzgeber weiß, wie wichtig Bildung ist, gibt es zahlreiche Programme und Fördermöglichkeiten. So wurde für Kinder aus einkommensschwachen Familien beispielsweise das Bildungspaket auf den Weg gebracht. Infos dazu gibt es hier:

Auszubildende können Berufsausbildungsbeihilfe oder Bafög erhalten. Beides sind Förderinstrumente, die finanzielle Leistungen beinhalten und sicherstellen sollen, dass jeder die Ausbildung absolvieren kann, die seinen Neigungen und Fähigkeiten entspricht. Daneben gibt es Förderprogramme, die sich an Arbeitnehmer und Arbeitslose richten und eine berufliche Qualifizierung und Weiterbildung zum Ziel haben. Dabei fallen die Förderprogramme allerdings recht unterschiedlich aus.

Bildungsscheck beantragenAuf bundesweiter Ebene gibt es die sogenannte Bildungsprämie. Sie fördert Weiterbildungsmaßnahmen, die für die derzeitige oder künftige Berufstätigkeit von Bedeutung sind, relevante Fertigkeiten und Kenntnisse vermitteln und vorhandene Kompetenzen vertiefen. Zielgruppe der Bildungsprämie sind Angestellte, Selbstständige, Eltern in Elternzeit sowie Berufsrückkehrer, deren Jahreseinkommen die Grenze von 20.000 Euro, bei Verheirateten von 40.000 Euro nicht übersteigt. Gewährt wird die Förderung durch einen Prämiengutschein, der die Hälfte der Weiterbildungskosten bis zu einem Maximalbetrag von 500 Euro deckt.

Auf Landesebene wiederum sind die Förderprogramme nicht nur unterschiedlich aufgebaut, sondern sie haben auch verschiedene Namen. So gibt es beispielsweise in Nordrhein-Westfalen, in Brandenburg und in Mecklenburg-Vorpommern den Bildungsscheck, in Hessen den Qualifizierungsscheck und in Rheinland-Pfalz den QualiScheck. In Sachsen und Thüringen steht ein Förderprogramm namens Weiterbildungsscheck zu Verfügung, in Bremen können Interessenten vom Bremer Weiterbildungscheck profitieren und in Schleswig-Holstein gibt es das Zukunftsprogramm Arbeit. Gemeinsam ist den Förderprogrammen, dass sie sich auf die berufliche Weiterbildung und Qualifizierung beziehen. Je nach Förderprogramm fallen die Zielgruppen jedoch verschieden aus und auch die Maßnahmen, die gefördert werden, sowie die Höhe der Zuschüsse variieren. Wer sich für die Teilnahme an einem Förderprogramm interessiert, kann sich an die Arbeitsagenturen und Jobcenter wenden. Sie können über die vorhandenen und geeigneten Förderprogramme informieren. Daneben bietet sich natürlich das Internet an, um sich über einen Überblick zu verschaffen, beispielsweise über die Seiten der Bildungsministerien.

 

Wie das Antragsverfahren abläuft

Generell muss die Teilnahme an einem Förderprogramm immer beantragt werden. Wo und wie der Antrag gestellt wird, hängt dann vom Förderprogramm ab. Allgemein gestaltet sich das Antragsverfahren aber folgendermaßen:

  • Der Antragsteller wendet sich zunächst an die Stelle, die für das Förderprogramm zuständig ist. Je nach Förderprogramm kann dies die Arbeitsagentur, das Jobcenter, die IHK oder HWK, eine Wirtschaftförderung, ein regionales Weiterbildungsnetzwerk oder auch eine Volkshochschule sein.
  • Im nächsten Schritt findet ein Beratungsgespräch statt. Im Rahmen dieses Gesprächs wird geklärt, ob der Antragsteller die formalen und inhaltlichen Voraussetzungen erfüllt. Außerdem wird ermittelt, welche Weiterbildungsmaßnahmen bei welchen Anbietern in Frage kommen.
  • Im Anschluss an das Beratungsgespräch wird ein Bildungsscheck, ein Qualifikationsscheck oder ein Gutschein ausgestellt. Auf diesem Scheck oder Gutschein sind unter anderem das Weiterbildungsziel und der Gültigkeitszeitraum angegeben.
  • Der Antragsteller sucht sich nun einen Anbieter für seine Weiterbildung aus. Dabei müssen aber sowohl der Anbieter als auch die Maßnahme zugelassen sein und mit den Bedingungen, die auf dem Gutschein angegeben sind, übereinstimmen. Ist ein passender Träger gefunden, meldet sich der Antragsteller an und nimmt an der Maßnahme teil.
  • Der Anbieter wiederum legt den Qualifikationsscheck, Bildungsscheck oder Gutschein zur Verrechnung bei der Stelle vor, die ihn ausgestellt hat. Diese Stelle zahlt daraufhin den entsprechenden Förderbetrag an den Anbieter aus.