Bafög Antrag zum ausfüllen und ausdrucken

Eine erfolgreiche berufliche Laufbahn setzt in aller Regel eine solide, hochwertige Ausbildung voraus. Gleichzeitig ist eine Berufsausbildung aber immer auch mit finanziellen Belastungen verbunden. Um zu verhindern, dass die angestrebte Ausbildung allein an den finanziellen Möglichkeiten scheitert, hat der Gesetzgeber das BAföG ins Leben gerufen. Das Ziel von BAföG besteht darin, allen jungen Menschen die Ausbildung zu ermöglichen, die ihren Interessen und Fähigkeiten entspricht, unabhängig von ihrer sozialen und wirtschaftlichen Ausgangssituation. Das Kürzel BAföG steht dabei für das Bundesausbildungsförderungsgesetz, das die staatliche Unterstützung regelt. Gleichzeitig wird aber auch die Förderung selbst umgangssprachlich BAföG genannt.

Wer kann BAföG erhalten?

Grundsätzlich ist BAföG für Schüler und Studenten vorgesehen. Damit die staatliche Unterstützung gewährt werden kann, müssen drei grundlegende Voraussetzungen erfüllt sein:

1. Es muss sich um eine förderungsfähige Ausbildung handeln.

 

2. Der Schüler oder Student muss die persönlichen Förderungsvoraussetzungen erfüllen.

 

3. Die finanziellen Mittel, die durch das eigene Einkommen und Vermögen sowie durch das Einkommen und Vermögen unterhaltspflichtiger Personen zur Verfügung stehen, reichen nicht aus, um den Ausbildungsbedarf zu decken.

 

Welche Ausbildungen können durch BAföG gefördert werden?

Ein Schüler oder Student kann BAföG erhalten, wenn er im Zuge seiner Ausbildung

  • eine weiterführende allgemeinbildende Schule ab Klasse 10,
  • eine Berufsfachschule, die ohne abgeschlossene Berufsausbildung besucht werden kann oder die eine berufliche Grundbildung wie beispielsweise das sogenannte Berufsvorbereitungsjahr vorsieht,
  • eine Fach- oder Fachoberschulklasse,
  • eine Berufsfachschulklasse oder Fachschulklasse, bei der innerhalb von mindestens zwei Jahren ein qualifizierender Berufsabschluss erworben wird,
  • eine Abendhauptschule, eine Berufsaufbauschule, eine Abendrealschule, ein Abendgymnasium oder ein Kolleg,
  • eine höhere Fachschule oder Akademie oder
  • eine Universität

besuchen möchte. Beim Besuch von einer weiterführenden allgemeinbildenden Schule und einer Berufsfachschule gilt allerdings, dass BAföG nur dann möglich ist, wenn der Schüler nicht mehr bei seinen Eltern wohnt und die Unterbringung auswärts notwendig ist. Betriebliche oder duale Ausbildungen können nicht mittels BAföG gefördert werden. Stattdessen ist hier bei Bedarf die sogenannte Berufsausbildungsbeihilfe, kurz BAB, möglich.

 

Welche persönlichen Förderungsvoraussetzungen müssen erfüllt sein?

Bafög Antrag zum ausdruckenEin Schüler oder Student hat Anspruch auf BAföG, wenn er deutscher Staatsbürger ist oder einen aufenthaltsrechtlichen Status hat, der mit einer Bleibeperspektive einhergeht. Außerdem muss eine allgemeine Eignung für die angestrebte Ausbildung vorliegen. Das bedeutet, dass der Schüler oder Student Leistungen erbringen muss, die darauf schließen lassen, dass er die Ausbildung erfolgreich abschließen wird. Diese Voraussetzung ist zunächst dadurch erfüllt, dass der Schüler oder Student die Ausbildungsstätte besucht oder ein Praktikum absolviert. Studenten müssen zusätzlich dazu vor Beginn des fünften Semesters und bei einigen Studiengängen auch vor Beginn des dritten Semesters Leistungsnachweise vorlegen. Eine dritte persönliche Förderungsvoraussetzung ist das Alter. Grundsätzlich gilt dabei, dass BAföG nur gewährt werden kann, wenn der Schüler oder Student bei der Antragstellung das 30. Lebensjahr, bei Masterstudiengängen das 35. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Unter bestimmten Umständen sind jedoch Ausnahmeregelungen vorgesehen, die eine Förderung ermöglichen, wenn der Schüler oder Student die Altersgrenze bereits überschritten hat.

 

Wie hoch fällt die finanzielle Unterstützung aus?

Ob und wie viel BAföG ein Schüler oder Student erhält, hängt von seiner wirtschaftlichen und sozialen Ausgangssituation ab. Grundsätzlich geht der Gesetzgeber davon aus, dass der Schüler oder Student und diejenigen, die für ihn unterhaltspflichtig sind, für die Ausbildung aufkommen. Unterhaltspflichtig sind in erster Linie die Eltern oder der Ehe- oder eingetragene Lebenspartner. Reichen die Mittel, die durch das Einkommen und Vermögen zur Verfügung stehen, nicht aus, greift der Gesetzgeber unterstützend ein. Allerdings gibt es bestimmte Freibeträge. Das bedeutet, es wird nicht das gesamte Einkommen und Vermögen vom Schüler oder Student und den unterhaltspflichtigen Personen angerechnet, sondern nur das Einkommen und Vermögen, das die Freibeträge übersteigt.

Bei der Berechnung von BAföG wird also zunächst das anrechenbare Einkommen ermittelt. Dieses Einkommen wird anschließend vom Ausbildungsbedarf abgezogen und der Betrag, der übrig bleibt, ist der Förderbetrag. Beim Ausbildungsbedarf werden allerdings nicht die tatsächlichen, individuellen Kosten berücksichtigt, sondern es werden Pauschalbeträge zugrunde gelegt. Diese Pauschalbeträge basieren auf den Kosten, die durchschnittlich für den Lebensunterhalt und die Ausbildung anfallen. Je nach Art der Ausbildungsstätte und der Art, wie der Schüler oder Student untergebracht ist, werden dann verschiedene Pauschalsätze angewendet.

 

Wie und wo wird BAföG beantragt?

Um BAföG zu erhalten, muss der Schüler oder Student einen schriftlichen Antrag stellen. Hierfür gibt es spezielle Antragsformulare, die beim zuständigen Amt für Ausbildungsförderung erhältlich sind. Alle Antragsformulare für das BAFöG gibt es hier. Hier kann der Schüler oder Student die Formulare herunterladen, ausfüllen, den BAföG Antrag ausdrucken und anschließend beim zuständigen Amt einreichen. Ein paar weitere Infos rund um den Antrag gibt es hier:

Wichtig ist aber, den Antrag rechtzeitig zu stellen, damit gewährleistet ist, dass die Leistungen pünktlich zum Ausbildungsbeginn bezahlt werden. Vor Beginn der Ausbildung können zwar keine Leistungen in Anspruch genommen werden, allerdings werden die Leistungen auch nicht rückwirkend gewährt. Beginnt der Schüler oder Student seine Ausbildung beispielsweise im September, stellt den BAföG-Antrag aber erst im Oktober, erhält er auch das BAföG frühestens ab Oktober, obwohl seine Ausbildung schon einen Monat früher begonnen hat. Maßgeblich ist also immer der Monat, in dem der Antrag eingegangen ist.

 

Den BAföG Antrag ausfüllen

BAföG wird mithilfe von Vordrucken beantragt. Diese müssen ausgefüllt und zusammen mit ein paar weiteren Unterlagen und Nachweisen bei dem BAföG-Amt eingereicht werden, das für die Ausbildungsstätte zuständig ist. Dabei umfasst ein BAföG Antrag folgende Formulare:

  • Formblatt 1 – Antrag auf Ausbildungsförderung. Dieses Formular muss immer ausgefüllt werden, denn es enthält unter anderem die Angaben zur Person.
  • Formblatt 1, Anlage 1 – Schulischer und beruflicher Werdegang. Dieser Vordruck wird nur für den Erstantrag benötigt. Außermuss muss das Formular ausgefüllt werden, wenn die Ausbildung unterbrochen wurde oder wenn Auslandsbafög beantragt wird.
  • Formblatt 1, Anlage 2 – Kinderbetreuungszuschlag. Hat der Auszubildende ein Kind, das jünger ist als zehn Jahre und in seinem Haushalt lebt, muss er dieses Zusatzblatt ausfüllen, um einen Zuschlag für die Kinderbetreuung zu erhalten.
  • Formblatt 2 – Bescheinigung nach § 9 BAföG. Dieser Vordruck dient als Bescheinigung dafür, dass der Auszubildende die jeweilige Ausbildungsstätte besucht und das Ausbildungsziel erreichen wird. Einige Ausbildungsstätten stellen eine solche Bescheinigung automatisch aus. In diesem Fall kann die Bescheinigung der Ausbildungsstätte anstelle des Vordrucks eingereicht werden.
  • Formblatt 3 – Einkommen: Ehegatte, Vater, Mutter. Über dieses Formular werden die Angaben zum Einkommen und Vermögen vom Ehepartner und den Eltern abgefragt.
  • Formblatt 4 – Zusatzblatt für Ausländer/innen. Auszubildende, die keine deutschen Staatsbürger sind und bei denen auch weder der Ehepartner noch die Eltern die deutsche Staatsbürgerschaft haben, müssen diesen Vordruck beim Erstantrag einreichen.
  • Formblatt 5 – Leistungsnachweis. Damit die Ausbildung weiterhin gefördert werden kann, muss der Auszubildende entsprechende Leistungsnachweise vorlegen. Bei einem Studium ist dies beispielsweise vor Beginn des 5. Semesters, teilweise auch vor Beginn des 3. Semesters der Fall. Für die Leistungsnachweise wird dieser Vordruck verwendet.
  • Formblatt 6 – Zusatz für Antrag auf eine Ausbildung im Ausland. Dieses Formular muss ausgefüllt werden, wenn Auslandsbafög beantragt wird.
  • Formblatt 7 – Antrag auf Aktualisierung des elterlichen Einkommens. Ist das Einkommen der Eltern jetzt geringer, als im Antrag für den vorhergehenden Bewilligungszeitraum angegeben, wird mit diesem Formular eine Aktualisierung der Daten beantragt. Dies ist deshalb von Bedeutung, weil sich dadurch auch die Höhe der Förderung ändern kann.
  • Formblatt 8 – Antrag auf Vorausleistungen. Kann die Zahlung von BAföG nicht rechtzeitig erfolgen, besteht die Möglichkeit, Vorausleistungen zu beantragen.
    Die Formblätter sind beim zuständigen BAföG-Amt erhältlich.  Hier ist nochmal der BAfög Assistent mit denen Sie Ihren Antrag stellen können. Die Vordrucke können anschließend heruntergeladen, ausgefüllt und ausgedruckt werden. Zusammen mit den Antragsformularen müssen dann Unterlagen wie beispielsweise eine Bescheinigung der Ausbildungsstätte oder Einkommensnachweise eingereicht werden. BAföG ist zugegebenermaßen ein recht komplexes Gebilde und der Antrag ist recht umfangreich.