BAB Antrag

Durch eine Berufsausbildung wird der Grundstein für die berufliche Zukunft gelegt. Eine Ausbildung ist jedoch immer auch mit Kosten verbunden, die umso höher ausfallen, wenn die Ausbildungsstätte weiter weg ist und der Azubi deshalb umziehen muss. Die Ausbildungsvergütung reicht häufig nicht aus, um damit die gesamten Lebenshaltungs- und Ausbildungskosten zu decken, gleichzeitig können nicht alle Familien ihren Kindern finanziell unter die Arme greifen.

Da eine angemessene berufliche Qualifizierung aber nicht allein an wirtschaftlichen Gründen scheitern soll, besteht die Möglichkeit, bei der Agentur für Arbeit eine Berufsausbildungsbeihilfe, kurz BAB, zu beantragen. Durch die BAB werden Jugendliche und junge Erwachsene, die eine Berufsausbildung absolvieren oder an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme teilnehmen, in Form von finanzieller Unterstützung gefördert.

Für welche Berufsausbildungen kann BAB gewährt werden?

Die Berufsausbildungsbeihilfe ist für betriebliche und außerbetriebliche Ausbildungen in einem anerkannten Ausbildungsberuf und für betriebliche Ausbildungen nach dem Altenpflegegesetz vorgesehen. Bewilligt werden kann BAB, wenn der Azubi nicht mehr bei seinen Eltern wohnt. Dabei prüft die Agentur für Arbeit, weshalb der Azubi zu Hause ausgezogen ist. Die Gewährung von BAB setzt voraus, dass der Azubi nicht mehr bei seinen Eltern lebt, weil

  • die Entfernung zwischen der Ausbildungsstätte und der Wohnung seiner Eltern so groß ist, dass ein tägliches Pendeln nicht möglich ist.
  • der verheiratet ist oder ein Kind hat, das in seinem Haushalt lebt.
  • nachweislich ein gestörtes Verhältnis zwischen ihm und seinen Eltern besteht.

BAB AntragZudem kann die Förderung nur dann bewilligt werden, wenn die finanziellen Mittel, die für den Lebensunterhalt und die Ausbildung erforderlich sind, weder durch die Einkünfte des Azubis noch durch das Einkommen und Vermögen seiner Eltern oder seines Ehepartners gedeckt werden können.
Dabei ist BAB grundsätzlich nur für die berufliche Erstausbildung vorgesehen. Hat der Azubi bereits erfolgreich eine Berufsausbildung abgeschlossen, kann er keine BAB mehr erhalten. Hat er hingegen eine Ausbildung begonnen, aber abgebrochen, kann unter bestimmten Voraussetzungen auch eine zweite Ausbildung gefördert werden. Bei schulischen Ausbildungen und Ausbildungen in Verbindung mit einem Studium ist eine Förderung durch BAB nicht möglich.

Bei welchen berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen ist BAB möglich?

BAB kann auch für die Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme beantragt werden, wenn

  • dadurch die Chancen auf die Aufnahme einer Ausbildung oder die berufliche Eingliederung verbessert werden können.
  • der Teilnehmer die Vollzeitschulpflicht erfüllt hat.
  • der Teilnehmer über ausreichende Fähigkeiten verfügt, so dass die Aussicht besteht, dass er das Bildungsziel der Maßnahme erreichen wird.

Ist kein Schulabschluss vorhanden, kann auch die Teilnahme an einer Maßnahme, die auf den nachträglichen Erwerb vom Hauptschulabschluss oder einem gleichwertigen Schulabschluss vorbereitet, als berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme gefördert werden. Im Unterschied zur Berufsausbildungsbeihilfe kann die Beihilfe bei einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme auch dann bewilligt werden, wenn der Teilnehmer noch bei seinen Eltern wohnt.

 

Wie hoch fällt die BAB aus?

Die Berechnung der BAB basiert auf zwei Komponenten:

1. Der Gesamtbedarf. Zunächst wird der Gesamtbedarf ermittelt. Dieser setzt sich aus dem Bedarf für den Lebensunterhalt, notwendigen Fahrkosten, Aufwendungen für Lernmittel und Arbeitskleidung sowie weiteren Pauschalen beispielsweise für die Kinderbetreuungskosten zusammen. Maßgeblich ist jedoch nicht der individuelle Bedarf in der tatsächlichen Höhe, sondern es werden Pauschalen angesetzt. Welche Pauschalen angewendet werden, hängt wiederum davon ab, ob der Antragsteller eine Ausbildung absolviert oder an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme teilnimmt und wo er wohnt.

2. Das anrechenbare Einkommen. Im zweiten Schritt wird ermittelt, welche Einkommens- und Vermögenswerte zur Verfügung stehen. Dabei wird zum einen die Ausbildungsvergütung des Azubis angerechnet, von der aber ein Freibetrag abgezogen wird. Zum anderen werden die Einkünfte der Eltern oder des Ehepartners berücksichtigt. Auch hier werden aber wieder Freibeträge abgezogen und angerechnet wird nur die Hälfte der Beträge, die nach Abzug der Freibeträge übrig bleiben.
Die Höhe der monatlichen Leistungen, die der Azubi als BAB erhält, ist die Differenz zwischen dem ermittelten Gesamtbedarf und dem anrechenbaren Einkommen. Die Agentur für Arbeit stellt einen  BAB Rechner zur Verfügung, mit dem ermittelt werden kann, ob ein Antrag auf BAB möglich ist und wie hoch eine Förderung voraussichtlich ausfallen würde.

 

Wie wird BAB beantragt?

BAB wird nur auf Antrag gewährt, wobei die Agentur für Arbeit am Wohnsitz des Azubis der richtige Ansprechpartner ist. Das Antragsverfahren beinhaltet immer ein ausführliches Beratungsgespräch, bei dem geklärt wird, ob die Voraussetzungen für eine Förderung vorliegen. Der zuständige Berufsberater händigt dann auch die Antragsformulare aus. Im Internet stehen die Vordrucke nicht zur Verfügung, ein BAB Antrag Download ist somit nicht möglich. Sind die Voraussetzungen erfüllt, kann die BAB für die gesamte Dauer der Berufsausbildung oder der berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme bezogen werden. Allerdings wird die Förderung in aller Regel nur für bestimmte Bewilligungszeiträume gewährt. Bei einer Berufsausbildung beträgt der erste Bewilligungszeitraum normalerweise 18 Monate, bei allen anderen Maßnahmen ein Jahr. Geleistet wird die Berufsausbildungsbeihilfe immer als Zuschuss, der nicht zurückbezahlt werden muss.