Arbeitnehmersparzulage beantragen

Bei der Arbeitnehmersparzulage handelt es sich um eine Geldzulage, die der Gesetzgeber gewährt, um die Vermögensbildung von Arbeitnehmern zu fördern. Dabei werden durch die Arbeitnehmersparzulage die sogenannten vermögenswirksamen Leistungen subventioniert.

Wer hat Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage?

Ein Arbeitnehmer hat Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage, wenn er Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit bezieht und sein steuerpflichtiges Einkommen die Grenze von 20.000 Euro nicht übersteigt. Ist der Arbeitnehmer verheiratet, darf das zu versteuernde Einkommen bei einer Zusammenveranlagung maximal 40.000 Euro betragen. Wird die Arbeitnehmersparzulage für eine Anlage beantragt, die wohnwirtschaftlichen Zwecken dient, also beispielsweise für einen Bausparvertrag, liegen die Einkommensgrenzen bei 17.900 Euro für Alleinstehende und 35.800 Euro für Eheleute. Bei der Berechnung des Einkommens, das versteuert werden muss, werden aber noch Kinderfreibeträge berücksichtigt. Entscheidend für den Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage ist immer das steuerpflichtige Einkommen in dem Kalenderjahr, in dem die vermögenswirksamen Leistungen in das jeweilige Anlageprodukt geflossen sind. Der Anspruch als solches entsteht dann mit Ablauf dieses Kalenderjahres. Ein paar weitere Infos zur Arbeitnehmersparzulage gibt es hier:

http://www.youtube.com/watch?v=sLTYLzBukOU

 

Wie hoch fällt die Arbeitnehmersparzulage aus?

Wie hoch die Arbeitnehmersparzulage ausfällt, hängt zum einen von der Höhe des Einkommens und zum anderen davon ab, in welches Anlageprodukt die vermögenswirksamen Leistungen fließen.

  • Bei Sparverträgen, Wertpapierkaufverträgen, Vermögensbeteiligungen und Beteiligungsverträgen beläuft sich die Arbeitnehmersparzulage auf 20 Prozent der vermögenswirksamen Leistungen bis zu einer Höchstgrenze von 400 Euro.
  • Bei Bausparverträgen und Anteilen an einer Wohnungsbaugenossenschaft gewährt der Gesetzgeber eine Arbeitnehmersparzulage von 9 Prozent auf vermögenswirksame Leistungen von maximal 470 Euro.

Die beiden Zulagen sind jedoch voneinander unabhängig. Deshalb kann ein Arbeitnehmer prinzipiell auch beide Zulagen erhalten.

 

Wie wird ein Antrag auf Arbeitnehmersparzulage gestellt?

Arbeitnehmersparzulage beantragenDie Arbeitnehmersparzulage muss jedes Jahr neu beantragt werden und wird vom Finanzamt festgesetzt. Der Arbeitnehmer erhält hierfür nach Ablauf eines Kalenderjahres die sogenannte Anlage VL von dem Anbieter, bei dem das Anlageprodukt besteht. Diese Anlage VL füllt der Arbeitnehmer aus und reicht sie zusammen mit seiner Einkommenssteuererklärung beim Finanzamt ein. Ein besonderer Vordruck ist dabei nicht erforderlich. Stattdessen verwendet der Arbeitnehmer den Vordruck, den er ohnehin für seine Einkommenssteuererklärung verwendet, und kreuzt auf diesem Vordruck zusätzlich das Kästchen “Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage” an. Es kann allerdings auch notwendig werden, den Antrag gesondert zu stellen, beispielsweise wenn der Arbeitnehmer oder sein Ehepartner lediglich steuerfreie oder pauschal besteuerte Arbeitsentgelte bezogen hat oder wenn die Lohnsteuerbescheinigung keine Steuerabzugsbeträge enthält. In diesem Fall muss der Arbeitnehmer im Zuge der Antragsstellung den vierseitigen Mantelbogen, die Anlage N für den Nachweis der Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit und die Anlage VL als Bescheinigung der vermögenswirksamen Leistungen beim Finanzamt einreichen.

Auch wenn der Anspruch auf die Arbeitnehmersparzulage mit Ablauf des Kalenderjahres, in dem die vermögenswirksamen Leistungen eingezahlt wurden, besteht, erfolgt die Auszahlung erst, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Je nach Anlageform ist dies der Fall, wenn die dafür vorgeschriebene Sperrfrist abgelaufen ist, ein Bausparvertrag zugeteilt wurde oder das Guthaben unschädlich verwendet werden kann. Bis zur Auszahlung wird die Arbeitnehmersparzulage lediglich vorgemerkt und die Höhe auf dem Einkommensbescheid angegeben. Wird die Arbeitnehmersparzulage fällig, zahlt das Finanzamt den gesamten Betrag durch eine Einmalzahlung aus.