Antrag auf Weiterbildung

Eine Berufsausbildung schafft die Basis für die berufliche Laufbahn. Allerdings reicht das Wissen, das sich ein Arbeitnehmer in jungen Jahren angeeignet hat, nicht aus, um langfristig mithalten zu können. Vielmehr machen es die konstanten technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen notwendig, durch kontinuierliche Weiterbildung auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Aber auch Arbeitnehmer, die von ihrem Arbeitgeber in Sachen berufliche Weiterentwicklung nicht gefördert werden, sowie Arbeitslose können eine berufliche Weiterbildung absolvieren. Zuständiger Ansprechpartner für sie ist die Agentur für Arbeit an ihrem Wohnsitz oder am Sitz ihres Arbeitgebers. Da Arbeitgeber um die große Bedeutung von beruflichen Kompetenzen und Qualifikationen wissen, werden in vielen Unternehmen verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten für Arbeitnehmer angeboten.

Wie dies aussehen kann, zeigt dieses Video:

 

Wann fördert die Arbeitsagentur die berufliche Weiterbildung?

Vereinfacht erklärt kann die Agentur für Arbeit eine berufliche Weiterbildung dann fördern, wenn diese notwendig ist, um die Arbeitslosigkeit zu beenden, eine drohende Arbeitslosigkeit abzuwenden oder die Vermittlungschancen auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Hat ein Arbeitnehmer also keine Berufsausbildung abgeschlossen, war er schon längere Zeit nicht mehr in seinem erlernten Beruf tätig, gab es in seinem Beruf deutliche Veränderungen oder liegen Qualifikationsdefizite in anderer Form vor, kann eine Weiterbildung bewilligt werden. Die Absicht der Weiterbildung besteht dann darin, die Chancen auf einen Job zu verbessern oder den Erhalt des Arbeitsplatzes zu sichern. Das Ziel der beruflichen Weiterbildungsmaßnahme kann aber auch darin liegen, nachträglich den Hauptschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss zu erwerben.

 

Wie wird Antrag auf Weiterbildung bei der Arbeitsagentur gestellt?

Antrag auf WeiterbildungDie Agentur für Arbeit kann im Zusammenhang mit der beruflichen Weiterbildung auf zahlreiche Förderprogramme und -möglichkeiten zurückgreifen. Voraussetzung hierfür ist ein entsprechender Antrag. Dabei besteht der erste Schritt im Antragsverfahren in einem ausführlichen Beratungsgespräch. Bei diesem Beratungsgespräch werden einerseits die Interessen und Neigungen, andererseits die vorhandenen Fähigkeiten und Kenntnisse sowie der bisherige berufliche Werdegang besprochen. Anhand dieser Faktoren wird dann ermittelt, wo Qualifikationsdefizite bestehen und inwieweit eine berufliche Weiterbildungsmaßnahme zu deren Abbau beitragen kann. Stellt sich heraus, dass eine berufliche Weiterbildung sinnvoll und aussichtsreich erscheint, erhält der Antragssteller einen Bildungsgutschein. Dieser Bildungsgutschein ist zum einen der Nachweis dafür, dass die Voraussetzungen für eine Förderung in Form der beruflichen Weiterbildung erfüllt sind und die Arbeitsagentur die dafür anfallenden Kosten übernehmen wird. Zum anderen ist der Bildungsgutschein ein Gutschein im eigentlichen Sinne, denn er wird beim Träger der Weiterbildungsmaßnahme eingelöst. Wichtig zu wissen ist aber, dass es sich beim Bildungsgutschein um eine sogenannte Kann-Leistung handelt. Es liegt also im Ermessen der Arbeitsagentur, ob sie einen Bildungsgutschein vergibt oder ob nicht, ein Rechtsanspruch darauf besteht nicht.

 

Welche Leistungen werden bei einer Weiterbildung gewährt?

War der Antrag auf Weiterbildung erfolgreich, übernimmt die Agentur für Arbeit folgende Leistungen:

  • Lehrgangskosten. Hierzu gehören alle Kosten, die direkt durch die Weiterbildungsmaßnahme entstehen. Neben den Kosten für den Lehrgang als solches zählen unter anderem auch die Kosten für Lernmaterialien, notwendige Arbeitsbekleidung, Prüfungsstücke oder Eignungsfeststellungen dazu.
  • Fahrtkosten und die Kosten für die Unterbringung und Verpflegung, wenn eine auswärtige Unterbringung notwendig ist.
  • Kinderbetreuungskosten
  • Kosten des Lebensunterhalts in Form von Arbeitslosengeld oder Zuschüssen

Die Lehrgangskosten werden in der tatsächlichen Höhe bezahlt, bei allen anderen Leistungen werden Pauschalen zugrunde gelegt. Bezieht der Antragsteller ein Nebeneinkommen aus einer nichtselbstständigen oder selbstständigen Tätigkeit, wird dieses Einkommen auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Gleiches gilt, wenn die Teilnahme an der Weiterbildungsmaßnahme vom Träger vergütet wird. Beteiligt sich ein Dritter, beispielsweise der Arbeitgeber, an den Kosten der Maßnahme, übernimmt die Agentur für Arbeit nur die Differenz, die nach Abzug der bereits bezahlten Leistungen übrig bleibt.