Antrag auf Ratenzahlung

Es kann viele Gründe dafür geben, weshalb ein Schuldner eine fällige Rechnung oder eine anstehende Zahlungsverpflichtung nicht pünktlich und durch eine Einmalzahlung begleichen kann. So ist möglich, dass unerwartet größere Ausgaben notwendig werden und ein tiefes Loch in der Haushaltskasse hinterlassen, beispielsweise weil das Auto plötzlich kaputt geht oder Waschmaschine und Kühlschrank gleichzeitig den Dienst quittieren.

Aber auch eine Erkrankung, der Jobverlust, ein Todesfall oder ein anderer Schicksalsschlag können die Ursache für einen finanziellen Engpass sein. Ein anderer Grund kann sein, dass der Schuldner eine Rechnung so schlichtweg nicht erwartet hat, etwa weil die Nebenkostenabrechung, die Stromabrechnung oder eine Steuernachzahlung deutlich höher ausgefallen sind als gedacht. Eine Möglichkeit, um eine solche Situation zu lösen, kann dann darin bestehen, den Gläubiger zu kontaktieren und mit ihm eine Ratenzahlung zu vereinbaren.

Einen Antrag auf Ratenzahlung stellen

Generell gilt, dass ein Schuldner so früh wie möglich reagieren sollte, wenn seine finanzielle Situation immer angespannter und seine Schulden immer größer werden. Ein paar Infos und Tipps zum Umgang mit Schulden gibt es hier:

Stellt ein Schuldner nun fest, dass er eine anstehende Rechnung nicht bezahlen kann, sollte er seinen Gläubiger umgehend kontaktieren. In aller Regel wird ein Gläubiger nämlich bereit sein, eine für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden. Voraussetzung dafür ist aber zum einen, dass der Gläubiger den Zahlungswillen des Schuldners erkennt. Das bedeutet, der Gläubiger muss dem Schuldner abnehmen, dass dieser seine Schulden auch tatsächlich bezahlen möchte, nur eben derzeit dazu nicht in der Lage ist. Zum anderen muss der Gläubiger rechtzeitig informiert worden sein, denn wenn er bereits Mahnungen verschickt oder sogar schon weitere Schritte eingeleitet hat, wird seine Gesprächsbereitschaft vermutlich nicht mehr allzu groß sein.

Antrag auf RatenzahlungEine Lösung, auf die sich sehr viele Gläubiger einlassen, ist eine Ratenzahlungsvereinbarung. Einigen sich Gläubiger und Schuldner darauf, den fälligen Betrag in mehrere Raten aufzuteilen, profitieren nämlich letztlich beide Seiten. So erhält der Gläubiger sein Geld zwar mit zeitlicher Verzögerung, aber trotzdem sind Raten besser als Mahnungen oder Vollstreckungsbescheide, die möglicherweise im Sand verlaufen. Für den Schuldner wiederum reduziert die Ratenzahlungsvereinbarung die finanzielle Belastung. Dennoch gilt natürlich, dass eine Ratenzahlung nur dann Sinn macht, wenn der Schuldner die Raten auch wirklich schultern kann. Hält sich der Schuldner nicht an die Vereinbarung und bezahlt er auch die Raten nicht, zu spät oder nur anteilig, wird der Gläubiger die gesamte Restschuld sofort und auf einmal fordern. Zudem wird er wahrscheinlich nicht mehr bereit sein, dem Schuldner in irgendeiner Weise entgegenzukommen. Wichtig für den Schuldner ist außerdem, seine Finanzen generell im Blick zu behalten. Es bringt schließlich nicht viel, wenn der Schuldner mehrere Ratenzahlungsvereinbarungen mit unterschiedlichen Gläubigern trifft, denn auch kleine Raten können sich schnell zu einem ordentlichen Betrag summieren und dieser kommt zu den regulären monatlichen Ausgaben dann noch dazu.

 

Beispielvorlage für einen Antrag auf Ratenzahlung

Möchte der Schuldner einen Antrag auf Ratenzahlung stellen, kann er hierfür ein entsprechendes Schreiben aufsetzen. Verbindliche Formvorschriften muss er dabei nicht einhalten. Wichtig ist lediglich, dass er schlüssig begründet, warum er die Forderung nicht wie vorgesehen begleichen kann und um Ratenzahlung bittet. Zudem sollte er seinen Zahlungswillen deutlich erkennen lassen. Ein solcher Antrag auf Ratenzahlung kann dann beispielsweise so aussehen:

Schuldner
Anschrift

Gläubiger
Anschrift

Ort, den Datum

Antrag auf Ratenzahlung
[Aktenzeichen / Rechnungsnummer / Steuernummer / Kundennummer]

Sehr geehrte Damen und Herren,

nachdem ich vor …………. arbeitslos geworden / arbeitsunfähig erkrankt bin, beziehe ich derzeit Arbeitslosengeld / Krankengeld in Höhe von ……. Euro monatlich. Mit diesen Einnahmen muss sich die gesamten Lebenshaltungskosten und alle anfallenden Ausgaben finanzieren. [Oder: infolge meiner kürzlich vollzogenen Scheidung / eines Todesfalls in der Familie / eines persönlichen Schicksalsschlages bin ich in einen finanziellen Engpass geraten.] Leider ist es mir deshalb momentan nicht möglich, die o. g. Forderung durch eine Einmalzahlung zu begleichen.

Um der Zahlungsverpflichtung dennoch im Rahmen meiner derzeitigen Möglichkeiten nachzukommen, bitte ich, mir Ratenzahlung zu gewähren. Mein Vorschlag hierzu ist, die Gesamtforderung von …… Euro auf …….. Raten aufzuteilen. Den Beginn der Ratenzahlung würde ich auf den ………… datieren, alle weiteren Raten jeweils auf den 01. / 15. des Folgemonats.

Durch die Ratenzahlung geben Sie mir die Möglichkeit, die Forderung in einem überschaubaren Zeitraum abzutragen, ohne dass Ihnen und mir weitere Kosten entstehen. Ich versichere Ihnen, dass die vollumfängliche Begleichung der Gesamtforderung nicht gefährdet ist. Außerdem sichere ich Ihnen den pünktlichen und ordnungsgemäßen Eingang der Ratenzahlungen zu.

Für Ihr Verständnis bedanke ich mich.

 

Mit freundlichen Grüßen,

Unterschrift