Antrag auf Kontenklärung

Eine Kontenklärung in der gesetzlichen Rentenversicherung dient dazu, möglichst alle rentenrelevanten Zeiten eines Versicherten in seinem Versicherungskonto zu erfassen. Damit bildet die Kontenklärung die Grundlage dafür, dass geprüft werden kann, ob der Versicherte die Wartezeiten erfüllt hat und ob sowie welche Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung ihm zustehen.

Grundlegendes zum Versicherungskonto

Das Leben gliedert sich in viele verschiedene Phasen, die nicht nur in persönlicher Hinsicht spannend sind, sondern auch rentenrechtlich eine Rolle spielen. So kann ein Versicherter erst eine Schul- und Berufsausbildung absolviert und anschließend viele Jahre lang berufstätig gewesen sein. Zwischendurch kann es aber auch Zeiten geben haben, in denen er arbeitslos oder länger krank war. Bei weiblichen Versicherten kommen häufig auch Kindererziehungszeiten hinzu. Die Deutsche Rentenversicherung führt für jeden Versicherten ein Versicherungskonto, in dem sie neben dem Namen, der Anschrift und dem Geburtsdatum alle rentenrelevanten Zeiten speichert. Ein Versicherungskonto, das keine Lücken im Versicherungsverlauf aufweist, bildet die Grundlage für die Berechnung der Rente.

Der Antrag auf Kontenklärung

Grundsätzlich speichert die Deutsche Rentenversicherung alle Versicherungszeiten, die für die Rente von Bedeutung sind, im persönlichen Konto des Versicherten. So werden beispielsweise die Beiträge, die Arbeitgeber einzahlen, automatisch übermittelt und im Versicherungskonto erfasst. Allerdings kann der Rententräger nur die Zeiten speichern, die ihm bekannt sind. Lücken im Versicherungsverlauf können unter anderem für die Zeiten vor 1972 entstehen, was schlichtweg daran liegt, dass die Daten bis dahin nicht automatisch und maschinell übermittelt wurden. Aber auch wenn Schulzeiten oder Kindererziehungszeiten anerkannt werden sollen, ist meist ein entsprechender Antrag notwendig, denn auch diese Zeiten werden nicht automatisch gemeldet.

Antrag auf KontenklärungUm Fehlzeiten zu vermeiden und gleichzeitig sicherzustellen, dass der Rententräger alle relevanten Informationen im Versicherungskonto gespeichert hat, kann der Versicherte einen Antrag auf Kontenklärung stellen. Hierfür muss er ein entsprechendes Formular ausfüllen und gegebenenfalls zusammen mit entsprechenden Belegen bei der Rentenversicherung einreichen. Wurde bislang noch keine Kontenklärung durchgeführt, meldet sich der Rentenversicherungsträger meist von selbst beim Versicherten, wenn sich dieser etwa in der Mitte des vierten Lebensjahrzehnts befindet. In diesem Fall schickt der Rentenversicherungsträger dem Versicherten zusammen mit dem Antragsformular eine Übersicht über die erfassten Daten zu und der Versicherte kann eventuelle Fehlzeiten richtigstellen. Der Versicherte kann aber selbstverständlich auch selbst aktiv werden, eine Kontenübersicht anfordern und den Antrag auf Kontenklärung stellen. Das Formular hierfür erhält er bei seiner Rentenstelle vor Ort. Es steht aber auch im Internet zur Verfügung, und zwar auf der Seite http://www.deutsche-rentenversicherung.de und dort in der Kategorie “Services” unter der Rubrik “Formulare & Anträge”, oder einfach hier drauf klicken.

Antrag auf Kontenklärung für Geburtsjahrgänge bis einschließlich 1978

 

Und ein paar Tipps zum Ausfüllen des Formulars gibt es hier:

 

Warum ein Antrag auf Kontenklärung Sinn macht

Zugegebenermaßen werden die wenigsten große Lust darauf haben, sich mit dem doch recht umfangreichen Antragsformular auseinanderzusetzen. Trotzdem ist es ratsam, die Kontenklärung frühzeitig durchzuführen. Ein Grund hierfür ist, dass notwendige Nachweise und Bescheinigungen meist deutlich leichter beschafft werden können, wenn die Zeitspanne nicht allzu groß ist. Ein Versicherter wird sich vermutlich kaum noch erinnern können, was er in einem bestimmten Monat vor 20 Jahren gemacht hat. Aber selbst wenn er sich erinnern kann, ist fraglich, ob er für diesen Monat noch einen Beleg besorgen kann. Jede Lücke im Versicherungsverlauf wirkt sich jedoch auf die Rentenhöhe aus. Ein anderes Argument, das für eine frühzeitige Kontenklärung spricht, ist, dass die Berechnung und die Gewährung einer Leistung schneller erfolgen können, wenn das Konto geklärt ist. Dies wiederum kann vor allem dann von großer Bedeutung sein, wenn unerwartet ein Leistungsfall eintritt, der Versicherte beispielsweise schwer erkrankt oder einen Unfall erleidet und eine Rente wegen Erwerbsminderung beantragen muss.

Der Feststellungsbescheid

Ist der Antrag auf Kontenklärung bei der Rentenversicherung eingegangen, werden die Angaben überprüft und die beantragten, nachgewiesenen Zeiten im Versicherungskonto aufgenommen. Im Anschluss daran wird dem Versicherten ein Feststellungsbescheid zugeschickt, der alle Versicherungszeiten, die länger als sechs Jahre zurückliegen, verbindlich feststellt. Verbindlich bedeutet in diesem Zusammenhang, dass die Rentenversicherung annimmt, dass das Rentenversicherungskonto bis hierhin vollständig erfasst ist. Findet der Versicherte später doch noch Nachweise für Fehlzeiten, die er bislang nicht belegen konnte, kann er diese aber jederzeit nachreichen.