Asyl beantragen
Heute kennen wir aus aller Welt Menschen, die wegen ihrer politischen Einstellung oder ihrer persönlichen Meinungsäußerung verfolgt und verhaftet werden. International kann man deshalb auch heute noch, Asyl beantragen, wenn das eigene Leben im Heimatland in Gefahr ist.
Aber was heute die „politische“ Verfolgung ist, war in der Vergangenheit eher die „Gefahr“ ausgeraubt zu werden oder in „Armut“ zu geraten, für die man Asyl an den verschiedensten Stellen bekommen konnte. Das entsprach damit auch der „ursprünglichen“ Bedeutung im Griechischen. - Wichtig: In der Übersetzung heißt das griechische „asylos“ = unberaubt, in Sicherheit (sylos= beraubt, in Gefahr). Zu den verschiedensten Traditionen, die auch in anderen Kulturen gültig waren, gehört zum Beispiel das „Asyl“ für Schiffsbrüchige. In der Vergangenheit, war es eben noch wesentlich gefährlicher zur See zu fahren, so dass sich in nahezu allen Küstengebieten auch entsprechende „Asylrechte“ für gestrandete Seeleute ergaben.
Aber auch in „mittelalterlichen“ Städten und Gemeinschaften gab es Asyle für die verschiedensten Menschen. Wer sich nicht im „Notfall“ auf das „Asyl“ der Kirche verlassen wollte, konnte sich zum Beispiel ein „finanzielles“ Asyl kaufen. Dabei gab es Stiftungen und Asyle, denen man eine Spende (damals: Pfründe) zahlen konnte. Kam man danach in ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten, hatte man das Recht, sich von dieser Stiftung versorgen zu lassen, bis man wieder auf die Beine kam. Aus heutiger Sicht kann man diese Einrichtungen jedoch eher als eine „private Arbeitslosenversicherung“ bezeichnen. Die Kirchen waren dagegen für die „ärmsten der Armen“ zuständig, die es sich schon vorher nicht leisten konnten eine Pfründe an die „privaten“ Asyle zu zahlen. Diese Form des „wirtschaftlichen“ Asyls gibt es heute nur noch innerhalb eines „Staates“ bzw. eines „Wirtschaftsraumes“, der zumindest in „Europa“ für seine Mitglieder aufkommt. - Achtung: Wirtschaftliches Asyl für Bürger anderer Länder, gibt es in dieser Form nicht, was heute leider vor allem das Problem der illegalen Einwanderung verschärft, weil die Menschen, die wirtschaftliche Situation ihrer Heimat nicht mehr ertragen.
Aber auch bei politischer Verfolgung sind es oft die „Flüchtlinge“ die in der Beweispflicht sind, nachzuweisen, dass es diese Verfolgung gibt. Damit soll der Missbrauch von „Asylrecht“ verhindert werden. |