Hilfen für behinderte Kinder beantragen

Behinderte Kinder brauchen nicht nur viel Zuwendung und Aufmerksamkeit. Auch eine auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Förderung ist sehr wichtig. Auf der anderen Seite benötigen auch die Eltern oft Unterstützung, sowohl durch Worte und Taten als auch finanziell. Aber ab wann gilt ein Kind überhaupt als behindert? Und welche Hilfen für behinderte Kinder gibt es? Das und mehr erfährst Du hier.

Welche Formen von Behinderungen können bei Kindern auftreten?

Laut Statistik ist in Deutschland rund jeder Zehnte von einer Behinderung betroffen. Etwa ein Viertel aller dieser behinderten Menschen sind Kinder und Jugendliche. Dabei können die Behinderungen unterschiedliche Ursachen haben und in vielen verschiedenen Formen auftreten. Aber nicht immer lassen sich klare Grenzen ziehen. Denn manchmal führt eine Behinderung zu weiteren Einschränkungen, in anderen Fällen können mehrere Behinderungen gleichzeitig auftreten. Grundsätzlich wird aber zwischen folgenden Behinderungsarten unterschieden:

  • Eine körperliche Behinderung liegt vor, wenn ein Mensch körperlich stark eingeschränkt ist. Die Ursache von einer körperlichen Behinderung ist entweder eine Fehlfunktion oder eine Schädigung des Stütz- und Bewegungsapparates. Bei Kindern ist die Kinderlähmung die häufigste Form der körperlichen Behinderung.
  • Von einer geistigen Behinderung wird gesprochen, wenn die kognitiven Fähigkeiten dauerhaft überdurchschnittlich stark eingeschränkt sind. Die kognitiven Fähigkeiten umfassen die Aufmerksamkeit, die Wahrnehmung, das Denk- und Lernvermögen, das Gedächtnis, die Konzentration und die Motivation.
  • Eine psychische Behinderung führt dazu, dass das Erleben und das Verhalten voneinander abweichen. Meistens wird eine psychische oder seelische Behinderung aber an einer psychischen Erkrankung festgemacht. Eine psychische Erkrankung kennzeichnet sich dadurch, dass sie das Denken, Fühlen oder Handeln eines Menschen beeinflusst. Bei Kindern gehört beispielsweise ADHS zu den recht häufigen psychischen Erkrankungen.
  • Die Bezeichnung Sinnesbehinderung steht als Oberbegriff für alle Beeinträchtigungen, die den Hör- und den Sehsinn betreffen. Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit oder Fehlsichtigkeit und Blindheit sind Beispiele für Sinnesbehinderungen.
  • Eine Sprachbehinderung bezieht sich auf Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit der Stimme, dem Sprechen und dem Redefluss. Eine Sprachebehinderung liegt vor, wenn ein Kind seine Muttersprache gar nicht oder nicht altersgemäß nutzen kann.
  • Eine Lernbehinderung liegt vor, wenn das Lernvermögen dauerhaft massiv eingeschränkt ist. Meist tritt eine Lernbehinderung aber nicht für sich alleine, sondern in Verbindung mit anderen Beeinträchtigungen oder Einschränkungen auf. Deshalb werden Lernbehinderungen in Statistiken zu Behinderungen auch nicht gesondert erfasst.

Eine andere Unterscheidungsmöglichkeit ergibt sich daraus, ob die Behinderung angeboren ist oder erst später auftrat. Angeborene Behinderungen sind meist durch einen Gendefekt, eine Erbkrankheit oder eine während der Schwangerschaft entstandene Schädigung verursacht. Behinderungen, die vor der Geburt noch nicht vorlagen, können die Folge des Geburtsvorgangs, einer Erkrankung, eines Unfalls, einer Entwicklungsstörung oder des Alterungsprozesses sein.

 

Welche Hilfen können Eltern von behinderten Kindern in Anspruch nehmen?

Hilfen für behinderte KinderJedes Kind braucht Fürsorge, Zuwendung, Aufmerksamkeit und eine Förderung, die es in seiner Entwicklung unterstützt. Bei einem behinderten Kind sind diese Bedürfnisse aber noch stärker ausgeprägt. Auf der anderen Seite müssen die Eltern meist arbeiten gehen. Außerdem brauchen auch die Eltern hin und wieder eine kurze Auszeit, um neue Kraft zu tanken, zu entspannen und einfach mal wieder etwas für sich selbst zu tun. Kurzfristig einen Babysitter zu engagieren, ist oft schwierig, vor allem wenn das Kind schwerstbehindert ist. Aber es gibt verschiedene Stellen, die Familien mit behinderten Kindern Unterstützung anbieten:

 

Familienunterstützende Dienste, kurz FuD,

bieten eine recht breite Palette an unterschiedlichen Leistungen und Hilfestellungen. Ihr Anliegen ist es, Familien zu entlasten und gleichzeitig eine individuelle und auf die Bedürfnisse des Kindes abgestimmte Betreuung auf die Beine zu stellen. Die Eltern können dabei selbst entscheiden, in welchem Umfang sie Hilfe brauchen und annehmen möchten. Familienunterstützende Dienste bieten unter anderem folgende Unterstützung:

  • Sie übernehmen stunden- oder tageweise die Betreuung und die Pflege des Kindes vor Ort oder in eigenen Betreuungsräumen.
  • Sie helfen den Eltern dabei, Pflegepersonal zu finden.
  • Sie begleiten und assistieren in Sachen Kindergarten, Schule, Wohnen, Arbeit und Freizeitgestaltung.
  • Sie bieten Fahrdienste.
  • Sie betreuen die Familie psychologisch und beraten in sozialrechtlichen Fragen.

Träger von FuD sind hauptsächlich Behinderten- und Wohlfahrtsverbände. Die Kosten für die Leistungen bezahlt unter anderem die Pflegeversicherung.

 

Eine Assistenz

begleitet ein behindertes Kind auf seinem Weg zu einem weitgehend normalen und eigenständigen Leben. Assistenzen werden deshalb in erster Linie für alltägliche Tätigkeiten angeboten. Hierzu gehören beispielsweise

  • die Begleitung in den Kindergarten, in die Schule oder zum Arbeitsplatz,
  • die Hilfestellung bei typischen Alltagstätigkeiten und Arbeiten im Haushalt,
  • die Betreuung bei der Freizeitgestaltung,
  • die Unterstützung der Eltern bei der Betreuung, Versorgung, Pflege und Erziehung ihres behinderten Kindes.

Assistenzen erfolgen in aller Regel individuell. Manchmal werden aber auch kleine Gruppen mit mehreren behinderten Kindern gemeinsam betreut.

 

Die Schwerstbehindertenbetreuung

ist für Kinder gedacht, die wegen ihrer Behinderung auf ständige Hilfe angewiesen sind. Im Rahmen der Betreuung kümmern sich eine oder mehrere Pflegekräfte um die Pflege, die Betreuung und die Überstützung des Kindes. Dabei kann die Pflege ausschließlich zu Hause erfolgen. In diesem Fall betreut und versorgt die jeweilige Pflegekraft das Kind, ist an der Freizeitgestaltung beteiligt und erledigt hauswirtschaftliche Arbeiten. Möglich ist aber auch, die Betreuung auf den Kindergarten, die Schule, die Ausbildung und den Beruf auszuweiten.

 

Eine Haushaltshilfe

springt ein, wenn sich die Eltern zeitweise nicht um die Pflege und Betreuung ihres Kindes kümmern können. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn Du als Elternteil selbst erkrankst und ins Krankenhaus musst. Die Kosten für die Haushaltshilfe werden von der Krankenkasse übernommen,

  • wenn Dein Kind wegen seiner Behinderung auf Hilfe angewiesen ist und
  • wenn es kein anderes Familienmitglied gibt, das den Haushalt weiterführen und die Betreuung Deines Kindes übernehmen kann.

 

Eine Tagesmutter

kümmert sich stunden- oder tageweise um Dein Kind. Dabei kann die Betreuung zu Hause oder in den Räumen der Tagesmutter erfolgen. Eine Tagesmutter ist in vielen Fällen zwar keine ausgebildete Pflegekraft, kann den Eltern aber trotzdem zu kleinen Verschnaufpausen verhelfen. Du kannst selbst nach einer Tagesmutter suchen oder Dich an das örtliche Jugendamt wenden.

 

Welche Leistungen erbringt die Behindertenhilfe?

Behindertenhilfe ist der Oberbegriff für alle organisierten Hilfs- und Betreuungsangebote für Menschen mit Behinderung. Dabei gibt es in Deutschland viele verschiedene Einrichtungen, Organisationen und Vereine, die im Bereich der Behindertenhilfe tätig sind. Zu den üblichen Leistungen, die die jeweiligen Einrichtungen anbieten, gehören beispielsweise

  • Beratungen zu Hilfsmöglichkeiten,
  • Informationen über Leistungsansprüche,
  • Hilfestellung bei rechtlichen, sozialen und finanziellen Fragen,
  • Begleitung bei Behördengängen,
  • Empfehlung und Vermittlung von Ärzten, Therapeuten, Pflegekräften und generell Angeboten für behinderte Kinder
  • Seminare und Schulungen für Eltern von behinderten Kindern,
  • Seelsorge, Gesprächskreise und Selbsthilfegruppen für Betroffene.

BehindertenhilfeOb und in welchem Umfang die Kosten übernommen werden und auch wer der zuständige Kostenträger ist, hängt davon ab, welche Behinderung vorliegt und welche Art von Unterstützung Du brauchst. Wenn Du Dir nicht sicher bist, an wen Du Dich wenden musst und welche Möglichkeiten es in Deinem Fall überhaupt gibt, solltest Du Dich unbedingt beraten lassen. Informationen bekommst Du beispielsweise bei der Arbeitsagentur, der Krankenkasse, der Rentenversicherung, dem Sozialamt, dem Jugendamt oder der Kommunalverwaltung. Du kannst Dich aber auch an Sozialverbände oder direkt an Einrichtungen der Behindertenhilfe wenden. Außerdem gibt es noch die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen. Die Behindertenbeauftragte kann Dir Behörden und Stellen nennen, an die Du Dich wenden kannst. Sie kann aber nur Empfehlungen aussprechen, weisungsbefugt gegenüber Behörden und anderen Einrichtungen ist sie nicht. Kontaktmöglichkeiten und weitere Infos findest Du unter http://www.behindertenbeauftragte.de/DE/Home/home_node.html.

 

Welche finanziellen Hilfen gibt es für behinderte Kinder?

Eine Behinderung kann schnell zu hohen Mehraufwendungen führen. Meist stehen regelmäßige Arztbesuche und Fahrten zu Therapeuten auf dem Programm. Medikamente und Hilfsmittel müssen bezahlt werden, manchmal sind auch Sonderausstattungen oder größere Umbaumaßnahmen zu Hause erforderlich. In vielen Fällen wird ein Elternteil seine Arbeit aufgeben müssen, um das Kind betreuen und pflegen zu können. In anderen Fällen geht es nicht ohne zusätzliches Pflegepersonal. Die wenigsten Eltern dürften in der Lage sein, alles aus eigenen Mitteln zu finanzieren. Aber es gibt einige finanzielle Hilfen und Vergünstigungen, die sie in Anspruch nehmen können. Die wichtigsten davon sind folgende:

 

Leistungen der Pflegeversicherung

Wenn Dein Kind eine körperliche, geistige oder seelische Behinderung hat, ist es über die Familienversicherung in der Pflegeversicherung mitversichert. Eine Altersbegrenzung gibt es dabei grundsätzlich nicht. Damit Du Leistungen aus der Pflegeversicherung bekommst, musst Du einen Antrag bei Deiner Krankenkasse oder direkt bei der Pflegeversicherung stellen.

Nachdem Dein Antrag eingegangen ist, besucht Euch ein Gutachter vom medizinischen Dienst. Am besten bereitest Du Dich gut auf den Besuchstermin vor, indem Du ein paar Wochen lang ein Pflegetagebuch führst. So kannst Du aufzeigen, wie viel Pflege und Hilfe Dein Kind braucht. Das ist deshalb wichtig, weil der Pflegebedarf darüber entscheidet, ob und in welche Pflegestufe Dein Kind eingruppiert wird. Die Pflegestufe wiederum ist maßgeblich dafür, wie hoch die Leistungen ausfallen. Grundsätzlich erbringt die Pflegeversicherung Sachleistungen, Geldleistungen oder eine Kombination aus beiden. Die Sachleistungen umfassen in erster Linie die Unterstützung durch professionelle Pflegekräfte. Bei den Geldleistungen handelt es sich um Pflegegeld. Je nach festgestellter Pflegestufe stehen Dir und Deinem Kind folgende Leistungen zu:

  • Bei Pflegestufe I liegt ein erheblicher Pflegebedarf vor. Die Pflegekasse erbringt Leistungen in einem Gesamtwert von 450 Euro monatlich, davon kannst Du bis zu 235 Euro als Pflegegeld bekommen.
  • Pflegestufe II heißt, dass Dein Kind schwerpflegebedürftig ist. Du hast dann Anspruch auf Leistungen im Gesamtwert von 1.100 Euro, das Pflegegeld ist auf 440 Euro begrenzt.
  • Pflegestufe III wird bei Schwerstpflegebedürftigkeit zugewiesen. Hier belaufen sich die Leistungen auf einen Gesamtwert von 1.550 Euro, in Härtefällen auf 1.918 Euro. Das Pflegegeld kann 700 Euro pro Monat betragen.

Zusätzlich zum Pflegegeld kannst Du ein Betreuungsgeld bekommen, wenn Dein Kind ständig betreut werden und permanent beaufsichtigt werden muss. Der Zusatzbetrag beträgt je nach notwendigem Betreuungsumfang 100 oder 200 Euro pro Monat. Außerdem hast Du Anspruch auf Zuschüsse für Pflegehilfsmittel, technische Hilfsmittel und bei notwendigen Umbauten.

Problematisch im Zusammenhang mit den Leistungen aus der Pflegeversicherung ist aber folgendes: Damit Du Leistungen bekommst, muss der Pflegeaufwand und Hilfebedarf bei Deinem Kind erheblich höher sein als bei einem gleichaltrigen gesunden Kind. Du bekommst also nur dann Sachleistungen und Pflegegeld, wenn Dein Kind deutlich mehr Hilfe braucht. Nun gehen die Pflegekassen aber davon aus, dass der Pflegeaufwand bei einem Säugling und einem Baby im ersten Lebensjahr ungefähr gleichhoch ist, egal ob das Kind behindert ist oder nicht. Aus diesem Grund werden die Leistungen oft erst erbracht, wenn das Kind ein Jahr oder noch älter ist. Pflegeleistungen von Geburt an sind leider eher die Ausnahme.

 

Kindergeld

Solange Dein Kind noch nicht volljährig ist, hast Du Anspruch auf Kindergeld. Dies gilt ausnahmslos für alle Kinder, egal ob gesund oder krank. Hat Dein Kind eine Behinderung, die vor dem 25. Lebensjahr eingetreten ist, und kann Dein Kind deswegen nicht für sich selbst sorgen, gibt es keine Altersgrenze. Du kannst für Dein behindertes Kind dann also grundsätzlich lebenslang Kindergeld bekommen. Das monatliche Kindergeld beträgt 184 Euro für die beiden ersten Kinder und 190 Euro für das dritte Kind. Für das vierte und jedes weitere Kind beläuft sich das Kindergeld auf 215 Euro. Beantragen musst Du das Kindergeld bei der zuständigen Familienkasse.

 

Nachteilsausgleiche

NachteilsausgleicheDie sogenannten Nachteilsausgleiche sollen Mehraufwendungen und Nachteile, die durch die Behinderung entstehen, ausgleichen. Damit Du die Vergünstigungen für Dein Kind in Anspruch nehmen kannst, muss aber in aller Regel eine Schwerbehinderung festgestellt worden sein. Je nach Bundesland musst Du Dich dazu an das Versorgungsamt, das Integrationsamt oder das Landratsamt werden und dort einen Schwerbehindertenausweis beantragen. In das Antragsformular trägst Du ein, welche Behinderungen, Einschränkungen und Beeinträchtigungen bei Deinem Kind vorliegen. Am besten fügst Du dem Antrag auch gleich Gutachten und ärztliche Unterlagen bei. So kann das Amt den Antrag direkt prüfen und muss sich die Infos nicht erst von den Ärzten einholen. Aus allen festgestellten Einschränkungen und Beeinträchtigungen wird ein sogenannter Grad der Behinderung, kurz GdB, ermittelt. Wenn der GdB mindestens 50 beträgt, gilt Dein Kind als schwerbehindert und bekommt einen Schwerbehindertenausweis. Zusätzlich zum GdB kann der Schwerbehindertenausweis Merkzeichen enthalten. Als Merkzeichen kommen

  • G = erheblich gehbehindert
  • aG = außergewöhnlich gehbehindert
  • H = hilflos
  • Bl = blind
  • Gl = gehörlos
  • B = ständig auf eine Begleitperson angewiesen
  • RF = von den Rundfunkgebühren befreit

in Frage. Die Nachteilsausgleiche umfassen unter anderem, dass Dein Kind öffentliche Verkehrsmittel kostenfrei nutzen kann und Du einen Parkausweis für Behinderte beantragen kannst. Außerdem ergeben sich Steuervorteile, Vorteile mit Blick auf die spätere Berufstätigkeit Deines Kindes und die Möglichkeit, weitere Vergünstigungen in Anspruch zu nehmen. Eine Übersicht über die Nachteilsausgleiche findest Du unter http://www.behindertenbeauftragte.de/DE/Themen/RechtlicheGrundlagen/BehinderungundAusweis/Nachteilsausgleiche/Nachteilsausgleiche_node.html.

Hilfsmittel für behinderte KinderHilfsmittel, notwendige Anschaffungen und behindertengerechte Umbauten
Um die Pflege und Versorgung Deines Kindes sicherzustellen, wirst Du Medikamente und Hilfsmittel benötigen. Zudem können Maßnahmen wie Schwimmkurse oder Bewegungstherapien sinnvoll und notwendig sein. Damit Du Dein Kind sicher befördern kannst, wirst Du vielleicht Dein Fahrzeug umrüsten müssen oder ein entsprechend großes Fahrzeug brauchen. Wenn Dein Kind heranwächst, werden möglicherweise Umbaumaßnahmen anstehen, beispielsweise im Badezimmer. Ab und zu wirst auch Du eine Auszeit brauchen oder arbeiten müssen. Dann muss die Betreuung Deines Kindes durch einen Dritten gewährleistet sein. Alle die Kosten, die dafür anfallen, musst Du aber nicht alleine stemmen. Je nach Ausgangssituation werden die Kosten nämlich komplett übernommen oder Du bekommst zumindest Zuschüsse. Welcher Kostenträger zuständig ist, hängt aber immer vom Einzelfall ab. Grundsätzlich kommen die Krankenkasse, die Pflegekasse, die Arbeitsagentur, das Integrationsamt oder das Sozialamt in Frage. Am besten lässt Du Dich im Vorfeld beraten. Die jeweiligen Stellen können Dir auf jeden Fall auch sagen, wer zuständig ist und wo Du Deinen Antrag stellen musst.

 

Steuervorteile

Wenn bei Deinem Kind eine Behinderung oder eine Schwerbehinderung festgestellt wurde, kann es einen Behindertenpauschbetrag nutzen. Solange Dein Kind noch kein eigenes steuerpflichtiges Einkommen hat, kannst Du diesen Behindertenpauschbetrag steuerlich geltend machen. Der Behindertenpauschbetrag beläuft sich auf

  • 310 Euro bei einem GdB bis 30,
  • 430 Euro bei einem GdB von 40,
  • 570 Euro bei einem GdB von 50,
  • 720 Euro bei einem GdB von 60,
  • 890 Euro bei einem GdB von 70,
  • 1.060 Euro bei einem GdB von 80,
  • 1.230 Euro bei einem GdB von 90 und
  • 1.420 Euro bei einem GdB von 100.

Der Pauschbetrag wird automatisch abgezogen, wenn Du den festgestellten GdB nachweist. Die einzelnen Ausgaben musst Du nicht aufführen. Das macht nur dann Sinn, wenn Deine Kosten höher waren als der Pauschbetrag.

Zusätzlich dazu kannst Du zwei Drittel der Betreuungskosten für Dein Kind von der Steuer absetzen. Der Betrag ist aber auf 4.000 Euro pro Jahr begrenzt. Anders als bei gesunden Kindern gilt hier die Altersgrenze von 14 Jahren nicht. Wenn Dein Kind behindert ist, die Behinderung vor dem 25. Lebensjahr eingetreten ist und Dein Kind betreut werden muss, kannst Du die Betreuungskosten also altersunabhängig absetzen.