Bildungsgutschein beantragen

Mit dem sogenannten Bildungsgutschein sollen Arbeitnehmer in Form einer beruflichen Weiterbildung gefördert werden. Zuständiger Ansprechpartner in diesem Zusammenhang ist die Bundesagentur für Arbeit. Aber was beinhaltet ein Bildungsgutschein genau und wer kann ihn erhalten?

Die Voraussetzungen für einen Bildungsgutschein

Einen Bildungsgutschein können Arbeitnehmer erhalten, wenn

  • bei bestehender Arbeitslosigkeit eine Weiterbildung für eine berufliche Wiedereingliederung notwendig erscheint.
  • durch eine Weiterbildung eine drohende Arbeitslosigkeit abgewendet werden kann.
  • kein Berufsabschluss vorhanden ist und durch eine Weiterbildung die Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert werden können.

Zu den weiteren Voraussetzungen gehört in aller Regel, dass Arbeitnehmer über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen oder mindestens drei Jahre lang berufstätig gewesen sein müssen. Außerdem muss ein Beratungsgespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter der Arbeitsagentur geführt worden sein. Bevor die Bundesagentur für Arbeit eine berufliche Weiterbildung bewilligen kann, muss sie jedoch zunächst die Bedingungen des Arbeitsmarktes mit der Notwendigkeit einer Weiterbildung abgleichen. Das bedeutet, sie muss abwägen, ob eine Weiterbildung tatsächlich die angestrebten Erfolgsaussichten bietet oder ob nicht andere Maßnahmen sinnvoller sind, um die Arbeitslosigkeit zu beenden oder abzuwenden. Zudem handelt es sich beim Bildungsgutschein um eine sogenannte Kann-Leistung. Einen Rechtsanspruch darauf, dass eine berufliche Weiterbildung gefördert wird, gibt es somit nicht. Stattdessen liegt es im Ermessen der Behörde, ob die Leistung gewährt wird oder ob nicht.

 

Der Bildungsgutschein Antrag

Der Antrag auf einen Bildungsgutschein wird beim zuständigen Sachbearbeiter der Arbeitsagentur gestellt. Er berät nicht nur im Hinblick auf eine mögliche Weiterbildung, sondern händigt auch die erforderlichen Antragsformulare aus und hilft beim Ausfüllen. Wurde positiv über den Antrag entschieden, bekommt der Antragsteller einen Bildungsgutschein. Auf diesem Bildungsgutschein ist unter anderem angegeben, welches Bildungsziel angestrebt wird, welcher Zeitraum für das Erreichen des Bildungsziels angesetzt ist, welche Bedingungen für eine Weiterbildung vereinbart wurden und wie lange der Bildungsgutschein gültig ist. Die Gültigkeitsdauer ist dabei auf maximal drei Monate beschränkt. Außerdem kann der regionale Geltungsbereich angegeben sein. In diesem Fall kann der Bildungsgutschein nur innerhalb dieser Region eingelöst werden. Ein paar weitere grundlegende Infos zum Bildungsgutschein zeigt auch dieses Video:

 

Die Leistungen im Rahmen des Bildungsgutscheins

Bildungsgutschein beantragenFür den Antragsteller ist der Bildungsgutschein zum einen der Nachweis dafür, dass die Arbeitsagentur die Kosten, die durch die Teilnahme an der Weiterbildungsmaßnahme entstehen, übernimmt. Zum anderen hat der Bildungsgutschein tatsächlich die Funktion eines Gutscheins. Den Bildungsgutschein löst der Antragsteller nämlich ein, indem er ihn bei dem Träger der Weiterbildung vorlegt. Dabei kann der Antragsteller den Träger grundsätzlich frei auswählen. Allerdings muss es sich um einen zugelassenen Träger handeln und auch die Maßnahme selbst muss für die Weiterbildungsförderung zertifiziert sein. Wichtig ist außerdem, dass der Antragsteller die Weiterbildungsmaßnahme innerhalb der Frist antritt, die auf dem Bildungsgutschein angegeben ist, denn ansonsten wird der Gutschein ungültig. Sollte der Antragsteller innerhalb des Gültigkeitszeitraums keine geeignete Weiterbildungsmaßnahme gefunden haben, kann allerdings ein neuer Gutschein ausgestellt werden.

Der Träger der Weiterbildungsmaßnahme wiederum trägt auf dem Bildungsgutschein ein, dass der Antragsteller an einer zugelassenen Maßnahme teilnimmt und legt den Gutschein vor Beginn der Maßnahme bei der Arbeitsagentur vor, die ihn ausgestellt hat. Daraufhin überprüft die Arbeitsagentur, ob der Träger und die Maßnahme zugelassen sind und mit den Bedingungen, die im Zusammenhang mit dem Bildungsgutschein vereinbart wurden, überstimmen. Ist dies der Fall, übernimmt die Arbeitsagentur die Kosten.

Der Antragsteller profitiert neben der beruflichen Weiterbildung aber noch von weiteren Leistungen. So bleibt zum einen der Anspruch auf Arbeitslosengeld erhalten. Hat der Antragsteller bei Beginn der Maßnahme noch Anspruch auf 30 Tage Arbeitslosengeld, wird sein Anspruch eingefroren. Beträgt der Anspruch mehr als 30 Tage, reduziert sich der Arbeitslosengeldanspruch pro zwei Tage Weiterbildungsmaßnahme um einen Tag Anspruch auf Arbeitslosengeld. Nach Abschluss der Weiterbildungsmaßnahme bleibt dem Antragsteller aber auf jeden Fall ein Anspruch auf 30 Tage Arbeitslosengeld erhalten. Zum anderen übernimmt die Arbeitsagentur die Kosten für notwendige Lernmittel, Arbeitskleidung, Zwischen- und Abschlussprüfungen sowie eine erforderliche Eignungsfeststellung. Daneben können die Aufwendungen für Fahrten zwischen der Wohnung und der Bildungsstätte übernommen werden, wenn der Antragsteller auswärts übernachten muss. Zusätzlich dazu können die Kosten für die An- und Abreise sowie die Kosten für eine Heimfahrt oder einen Besuch von der Familie pro Monat erstattet werden. Diese Kosten werden über eine Entfernungspauschale abgerechnet.